Schlagwort-Archiv: Naturschaugarten Lindenmühle

Wie heißt denn du?

Ein kleines farbiges Wunder. Saß auf einem Natterkopf im Naturschaugarten. Dank der Bestimmungsarbeit von Dr. Carsten Renker, Leiter der Zoologischen Sammlung des Naturkundlichen Museums Mainz ist es eine Larve (vermutlich im 4. Larvenstadium) der Grünen Reiswanze (Nezara viridula). Diese ursprünglich mediterran verbreitete Art ist seit etwa 2015 bei uns in der Nördlichen Oberrheinebene massiv auf dem Vormarsch und ist mittlerweile auch im Mittelrheinischen Becken angekommen. Ab Mitte August findet man dann auch überall die durchgehend grün gefärbten erwachsenen Tiere.

Gefahr!?

Da lauert doch eine Krabbenspinne in der Kratzdistel. Sie verharrt bewegungslos. Die weibliche Veränderliche Krabbenspinne könnte sogar aktiv ihre ‘Farbe ändern. Allerdings bekommt sie nur grünlich, gelb oder weiß immer hin (immerhin!), die violette Farbe der Distel leider nicht.

Nichtsdestotrotz, ich sehe schon Gefahr im Verzug, als sich ein Roter Weichkäfer näher. Spannung! Aber, nanu, die Krabbenspinne lässt den Käfer in Ruhe, obwohl er praktisch fast über sie hinweg läuft. Nun trägt allerdings der Rote Weichkäfer seine Warnfarbe auch nicht umsonst. Denn bei Störung oder Angriff sondert er eine Flüssigkeit ab, die übel riecht, übel schmeckt, ätzend oder auch giftig wirkt. Das wirkt. Man kennt das ja selbst; Wenn mal das Deo versagt, wird man auch mehr in Ruhe gelassen 🙂

Erhöhter Flugbetrieb

bei der Ackerkratzdistel im Naturschaugarten. Hier im Naturschaugarten Lindenmühle sind gerade die Gelbbündige Furchenbiene und der Seidige Fallkäfer beim “Auftanken” (ich hoffe, meine Benennungen stimmen). Der Blattkäfer ist gerade mal 6 mm groß, die Furchenbiene ca. 13 mm.

Spannend an dieser Wildbiene ist, dass die Gattung eine soziale Nistweise hat. Mehrere begattete Weibchen überwintern zusammen in ihrem Geburtsnest. Im Frühjahr (Mai) übernimmt das größte Weibchen die Rolle der Königin, legt Eier und bewacht den Nesteingang, während die Hilfsweibchen die Brut versorgen. Vor dem Schlüpfen der Arbeiterinnen vertreibt die Königin die Hilfsweibchen, die nun ihre eigene Nester graben oder die Nester anderer Arten nutzen.

Hier blüht Ihnen was!

Auch der Juli hat noch viele blühende Pflanzen im Naturschaugarten. Gehen Sie mal auf Entdeckungstour! Vielleicht fotografieren Sie gar das eine oder andere. Wir würden uns über Bilder von Ihnen freuen. Und das erwartet Sie:

Wohlriechender Odermennig, Ochsenzunge, Gelber Blasenstrauch, Zimbelkraut, Österreichischer Geißklee, Kopfginster, Deutscher Backenklee, Faulbaum, Säulen-Faulbaum, Färber-Ginster, Blut-Storchschnabel, Gewöhnliches Sonnenröschen, Mannsblut, Rainweide, Kriechendes Leinkraut, Wald-Geißblatt ‘Martine’, Blut-Weiderich, Roßpappel, Wasser-Minze, Echter Haarstrang, Salatblättrige Zentifolie, Rose ‘Stanwell Perpetual’, Apfelrose x Alpen-Heckenrose, Weinraute, Echtes Seifenkraut, Gelbes Grindkraut, Weiße Fetthenne, Purpurrote Fetthenne, Sumpf-Ziest, Arznei-Quendel, Schwarze Königskerze, Eisenkraut u.v.m.

Schmetterling des Jahres 2019 – Schachbrettfalter

Der BUND NRW hat diesen Falter gekürt. Ihn hat man, wenn Landwirtschaft nicht zu intensiv ist und Wiesen blütenreich sind und erst Ende Juli gemäht werden. Denn nur dort lassen die Weibchen, zum Teil gar im Flug, die Eier einzeln ins Gras fallen. Der Schmetterling wird oft auch als Damenbrett bezeichnet. Seinen lateinischen Namen hat er in Anlehnung an die Nymphe Galateia (die “Milchweiße”).