Archiv der Kategorie: Tierportraits

Klein und wunderlich

Nie und nimmer hätte ich dieses kleine Wesen entdeckt, wenn es sich nicht bewegt hätte. Weil ich Teile meiner verkahlten Hechtrose schnitt, wurden wir aufeinander aufmerksam. Erst durch das Makro meiner Kamera sah ich die erstaunlichen Details dieser Nymphe der Echten Käferzikade, die ca. 4 mm groß war. Sie kommt zwar häufig vor, aber ist eben wenig auffällig. Ich dagegen war wohl unübersehbar, denn sie versteckte sich ständig vor mir. In Gegensatz zu ihr bin ich auch deutlich weniger sprunghaft. Nur eins haben wir gemein: Wir sind beide wenig wählerisch bei der Nahrungsaufnahme (polyphag). Wobei sie allerdings nur Pflanzensäfte mag, aber dann von vielen Gehölzarten. Was das betrifft, bin ich eher Süßholzraspler.

Im Schaugarten ist sie mir noch nicht aufgefallen, aber sie ist sicher auch da Zuhause.

Federmotte

Insekten und ich, wir mögen keine Geranien. Die haben keine Pollen, keinen Nektar. Hat man denn gar nichts für die Artenvielfalt übrig? Bienen, Hummeln, Schmetterlinge fliegen die Blüten der Geranien an und ziehen hungrig und enttäuscht weiter. 


Obwohl: Die Raupen der Federmotte haben Geranien zum Fressen gern. Die vernichten dann Freunde der nutzlosen Geranien wiederum mit Gift, da können sie Gift drauf nehmen! 

Die Federmotte hab ich auch schon in Naturschaugarten gesehen. Fotografieren gelang mir aber an der eigenen Haustüre.

65 Arten der Federmotte gibt es in Deutschland. Eine Art lebte schon vor 23 Mio. Jahren. Obwohl sie nur schlecht fliegen kann! Die Flügel sind dafür nur sparsam angelegt. Aber sowas von! 

Interview mit Biene

Ich: „Sie sonnen sich gerade. Frau Mauerbiene, haben Sie zuviel Zeit!“

Biene: „Typisch Mensch! Wieder mal keine Ahnung! Ich relaxe nicht, ich bin fix und fertig. Hab` mich gerade aus meinem Nest freigebuddelt. Uff, was ‘ne Arbeit!”

Ich: „Und jetzt ‘ne Pause? “

Biene: „Schön wär’s! Ihr Menschen lebt rund 80 Jahre, ich nur 4 – 8 Wochen, drum ist ein ganz anderes Zeitmanagement angesagt.”

Ich: „Da will ich mal nicht länger stören!“

Biene: „Ja, ich schwirr’ mal ab, muss noch zum Befruchten! Nix als Arbeit den ganzen Tag!“

Ich: „Befruchten ist Arbeit?“ Aber die Biene ist schon weg. 

Spannender Spanner

Ihn lassen Sie bestimmt gerne “auf den Leim gehen”. Denn der Gr. Frostspanner macht große Fraßschäden.
 
Doch weder dessen Raupen noch fertige Falter werden Sie auf Leimringen an Bäumen finden, wohl aber das flügellose Weibchen, das total anders als der männliche Falter aussieht. Hat das Weibchen es doch im Oktober krabbelnd auf den Baum geschafft, verströmt es einen Duft, auf den der männliche Falter “fliegt”. “Danach” werden üppig viele Eier abgelegt, im Frühjahr schlüpfen Raupen, die sich schon mal bei Gefahr abseilen, sie klettern aber auch wieder am eigenen Faden hoch, den sie dann auffressen. Leider ja nicht nur den. 

Spannende Feinde gegen den Spanner sind Schlupfwespen, Raupenfliegen, bestimmte Käfer und Vögel. 
 
Gesehen hab` ich den spannenden Spanner noch nicht im Naturschaugarten.

Erste “Mäh”-Arbeiten

Nur leise war das Mähen im Schaugarten zu hören. Nein, das waren keine Balkenmäher, keine Motorsensen, keine Rasentrimmer, keine Freischneider. Nee nee, das waren ganz konventionelle Mäharbeiter: Schafe! 
 
Während bei Menschen manchmal die Füße riechen, riechen die Füße der Schafe tatsächlich! Denn außer in der Nase haben Schafe Geruchsdrüsen zwischen den Hufen (lt. Süddeutscher Zeitung, 26.8.2021). 
 
Diese Fähigkeit ist dem Menschen nicht gegeben. Schade! Denn dann würde ja manch Schweißfußbesitzer mehr gegen körpereigene Emissionen unternehmen!