Kategoriearchiv: Tierportraits

Hier geht es um Dickköpfe

Voller Neid betrachte ich das Bild. „Warum? Warum nur ist der Zweibrütige Würfel-Dickkopffalter im NATURTREFF beobachtet worden, und nicht in unserem NATURSCHAUGARTEN?“ frage ich mich und bleibe mir selbst die Antwort schuldig. Attraktiv sind doch beide Mainzer Naturgärten, da sie eine Vielzahl heimischer Pflanzen zeigen. Naja, dafür habe ich schon mehrfach den Rostfarbigen Dickkopffalter in unserem Naturgarten beobachtet. Was soll’s! Es wäre ja dickköpfig, sich wegen Dickkopffalter zu streiten.

Zu gerne hätte ich den ‘Zweibrüten …‘, insbesondere seine Raupen, auch im NaSchau, denn die Raupen fressen zu gerne Fingerkraut. Und Fingerkraut haben wir im Schaugarten so viel, dass es mir vor dem Fingerkraut immer graut!

Der abgebildete Falter wird auch Puzzlefalter genannt. Finde ich schöner wie den Hinweis auf seinen dicken Kopf. Noch schöner fände ich, wenn man sich über Artenvielfalt von Dickkopffaltern und anderen Schmetterlingen ‘keinen Kopf machen müsste‘! Gegen den Artenschwund hilft eben kein ’Kopf hoch!‘, sondern nur: „Wir werden aktiv!“

#falter #puzzlefalter #naturgarten #schmetterling #dickkopffalter

Auge in Auge mit dem „Wolf“

Auge in Auge mit einem Wolf. Wer kann sich außer mir damit rühmen!? Mein Wolf hatte sogar fünf Augen. Etwas schmälert allerdings meinen Ruf: Der Wolf war der Bienenwolf.

Trotzdem! Diese Wespenart ist und bleibt gefährlich, wenn auch nur für Honigbienen. Sie überfällt diese immer beim Blütenbesuch, nie im Bienenstock. Aber weil die Art selten ist, gilt sie als unschädlich für Honigbienenbestände.

Dieser „Wolf“ unter den Insekten lähmt das Opfer mit einem Stich, das Gift wirkt innerhalb von Sekunden. Die Biene wird als Proviant für den Nachwuchs in die Brutzellen geschleppt, dort vom „Wolf“ abgeleckt, wodurch der Speichel das Opfer am Verschimmeln hindert. Jetzt wird es unschön: Nachdem Larven aus den Eiern des „Wolfes“ schlüpfen, machen die sich über die gelähmten Opfer her, wobei die noch eine Weile leben, weil lebenswichtige Organe zuletzt verspeist werden. Horror!!! Die Larven spinnen sich nach ihrer Mahlzeit in Kokos und schlüpfen dann im Frühjahr. Die kleinen „Wölfchen“!

Ich entschuldige mich für diese reale Geschichte. Die nächste wird harmloser!

(nicht im Naturschaugarten beobachtet)

 

Bahnt sich hier ein Drama an?

Seltsam, bei einem Drama so direkt dabei zu sein. Die Wespenspinne lag bestimmt schon lange auf der Lauer. Und dann verfing sich ein Distelfalter unter ihrem Netz. Sollte ich eingreifen, das Netz zerstören, den Falter befreien? Meine ganze ethische und moralische Einstellung half mir nicht wirklich.

Die Spinne näherte sich, der Falter machte zittrige kleine Bewegungen. Gleich würde es passieren. Mit einer Handbewegung scheuchte ich den Schmetterling auf, ohne das Netz zu zerstören. Und der Falter entkam tatsächlich mit viel Mühe aus dem Netz!

Nicht selten gelingt solch eine Flucht, denn Falter verlieren dann Schuppen und kleben so nicht so schnell fest.

Von Spinnen weiß ich, dass sie lange Hungerphasen überstehen. Die Distelfalter haben dagegen viele Anstrengungen vor sich: Sie fliegen im Oktober über die Alpen in wärmere Regionen, um zu überwintern. Viele deutsche Rentner haben sich dieses Verhalten abgeschaut, jedoch mit dem kleinen Unterschied: Sie lassen sich fliegen!

(Das Beinah-Drama spielte sich an einem Schmetterlingspfad in Nordhessen ab).

Himmlisch „Himmelblau“

Pfefferminze ist gesund. Das Menthol der Heil- und Gewürzpflanze wirkt gegen Krämpfe und Entzündungen. Sie soll sogar schmerzstillende Wirkung haben.

Das alles scheint der Himmelblaue Blattkäfer zu wissen. Zusammen mit anderen „Himmelblauen“ hat er dank ordentlicher Zufuhr von Minzeblättern eine hervorragende Prophylaxe betrieben. Und so nebenbei den kleinen Minzebestand des Freundes beständig verkleinert. Das nahm der aber als Naturliebhaber gelassen.

Die Pfefferminze in meinem Garten blieb verschont. Vielleicht haben Meisen fleißig gearbeitet. Würden diese Käfer überhand nehmen, könnte man Seifenlauge versprühen. Dann schmeckt auch die Minze noch interessanter! 😉

Wie eine Spitzmaus?

Das könnte der Kräftige Stockrosen-Spitzmaus-Rüssler sein. Aber man soll bei der Bestimmung von so kleinen Tieren (1-4 mm) nicht zu kleinlich sein. Kleinlich war man ja auch nicht bei seinem Namen. Der ist allerdings ausbaufähig, z.B. zu: „Kräftiger aber zu klein geratener Stockrosen-Spitzmaus-Rüsselkäfer“.

Es sind weltweit 62 000 Rüsselkäferarten beschrieben, aber ganz sicher gibt es mehr. In Dtl. gibt es 1172 Arten. Würde ich eine neue Art entdecken, würde ich sie „Elephantidae minimus“ nennen, da sie auch über einen Rüssel verfügt.

Die Weibchen haben meist größere Rüssel wie die Männchen. Letztere haben dafür größere Augen. Erklären kam ich das nicht, außer mit einer erfundenen Theorie. 🤐

Einige der Arten können nicht mehr fliegen. Vielleicht sind sie wegen des Rüssels zu vorderlastig? 😄 Oft sind die Käfer schwarz, sehr viele metallisch blau, manche rot oder gelb, selten gar violett.

Sorry, ich höre auf, das wird mir jetzt zu bunt!