Archiv der Kategorie: Tierportraits

Wie eine Spitzmaus?

Das könnte der Kräftige Stockrosen-Spitzmaus-Rüssler sein. Aber man soll bei der Bestimmung von so kleinen Tieren (1-4 mm) nicht zu kleinlich sein. Kleinlich war man ja auch nicht bei seinem Namen. Der ist allerdings ausbaufähig, z.B. zu: „Kräftiger aber zu klein geratener Stockrosen-Spitzmaus-Rüsselkäfer“.

Es sind weltweit 62 000 Rüsselkäferarten beschrieben, aber ganz sicher gibt es mehr. In Dtl. gibt es 1172 Arten. Würde ich eine neue Art entdecken, würde ich sie „Elephantidae minimus“ nennen, da sie auch über einen Rüssel verfügt.

Die Weibchen haben meist größere Rüssel wie die Männchen. Letztere haben dafür größere Augen. Erklären kam ich das nicht, außer mit einer erfundenen Theorie. 🤐

Einige der Arten können nicht mehr fliegen. Vielleicht sind sie wegen des Rüssels zu vorderlastig? 😄 Oft sind die Käfer schwarz, sehr viele metallisch blau, manche rot oder gelb, selten gar violett.

Sorry, ich höre auf, das wird mir jetzt zu bunt!

Doppelt Glück?

Juhu! Ich habe wieder mal eine mir nicht bekannte Insektenart im Naturschaugarten entdeckt: den Vierzehntropfigen Marienkäfer! Ein Glücksfall, würde ich meinen, denn der Siebenpunkt-Marienkäfer ist ja DER Glückskäfer schlechthin. Und mit einer einfachen WENN/DANN Formel muss dann logischerweise der Vierzehntropfige Marienkäfer doppelt so viel Glück bringen. Drum glaube ich, dass es an der Zeit ist, den Kleinen ganz groß rauszubringen!

Ein Rätsel für Sie. Sie bekommen bei der richtigen Antwort 14 Punkte von mir: Ist Ihnen am Käfer etwas aufgefallen? Richtig! Er hat (neben dem Sechzehnpunkt-Marienkäfer) als einziger weiße Punkte!

Entdeckt habe ich den kleinen Kerl im Haselnussstrauch. Der gefräßige Blattlaus- und Blattflöhe vertilgende Nützling ist zum Glück nicht selten. Drum freue ich mich auf ein mögliches Wiedersehen!

The winner is …

Ich weiß nicht, wie ich ihm das beibringen soll. Diese Ehrung! Gartentier der Jahres! Das hätte sich das Eichhörnchen nicht träumen lassen. Sicher das sicher nicht!

Noch gestern hat es mich so fragend angesehen, aus dem Nistkasten auf meiner Veranda. Der Kasten war allerdings für Halbhöhlenbrüter. Das Eichhörnchen zählt sicher nicht dazu.

Lt. Sielmann-Stiftung hat der Preisträger 34% der Stimmen erhalten, deutlich vor der Blaumeise und dem Großen Abendsegler. Ich persönlich halte das Eichhörnchen allerdings für übergriffig. Es pflanzt mir von irgendwo hergeschleppte Nüsse in meinen Garten, verändert dadurch einfach ungefragt mein Pflanzkonzept. Und beobachtet mich von seiner Warte wie ein Spion. Ich meine auch missbilligende Blicke zu ernten, wenn die Marmelade mal ein bisschen dicker auf meinem Frühstücksbrot landet. Vielleicht rufe ich die Stiftung an, ob auf Grund dieser Tatsachen der Preis gerechtfertigt ist.

Ach was, ich lass das, ist ja auch meist ein süßes  Kerlchen!

Wildbiene des Jahres?

Ich wollte was zur Glockenblumen-Schmalbiene schreiben, Wildbiene des Jahres 2026, aber ich habe kein Bild von ihr. Was soll’s! Schreib‘ ich halt was zur Blauschwarzen Holzbiene, Biene des Jahres 2026 in der SCHWEIZ. Warum auch nicht!

Diese große Holzbienenart hat wunderschöne blau-violette Flügel. Über ihr lautes Brummen kann man sich erschrecken, sie ist aber sehr friedfertig. Eine ihrer erstaunlichsten Fähigkeiten ist es, fingerdicke bis zu 30 cm tiefe Gänge in Totholz zu nagen, dort die „Kinderstuben“ für den Nachwuchs einzurichten, die einzelnen, hintereinander liegenden Kammern mit viel nahrhaften Pollen und jeweils einem Ei zu versehen.

Wenn Sie dieser Wildbiene helfen wollen, also jetzt nicht gerade beim Nagen, dann, ja dann gönnen Sie ihr einen Totholzhaufen in Ihrem Garten. Auch andere spannende Insekten werden sich drüber freuen. Und es wäre ein schöner Beitrag gegen das Artensterben. So „easy“ und so wirkungsvoll!

In unserem Schaugarten in Mainz fliegt sie sehr gerne den Blasenstrauch und das Echte Seifenkraut an.

Zum Tag des Artenschutzes 3.3.2026

Auf der wwf-Netzseite steht: Am 3. März feiert die Welt den Tag des Artenschutzes. Haben Sie, wie ich, den auch nicht gefeiert? Der Tag ist ja auch nicht bekannt. Und zu feiern gibt es da ja auch nichts. Bei all dem Artenschwund!

Zwei Tage vor diesem „Feiertag“ überraschte uns in einem Tümpel im Rheingau eine riesige Menge an Froschlaich. Was für ein toller Anblick!

Aber leider sieht es für Amphibien nicht gut aus. Von allen gefährdeten Tierarten weltweit sind sie mit 23 % proportional am stärksten betroffen. Sie sind lebende Bioindikatoren, die uns viel über Umwelteinflüsse und das Verschwinden von Lebensräumen verraten.

Wir genießen an diesem Wandertag den abenteuerlichen Anblick, rätseln von welcher Froschart dieser Laich ist (kaum möglich) und würden gerne die Entwicklung zu Fröschen im Zeitraffer verfolgen können. Hoffentlich überleben viele!