Kategorie-Archiv: Tierportraits

Distelfalter – ein ganz Edler

Dieser Schmetterling aus der Familie Edelfalter ist würdiges Mitglied dieser Familie, sieht er doch gar an den Flügelunterseiten wunderbar aus. Das Foto aus dem Naturschaugarten zeigt ihn auf der Acker-Witwenblume. Die Pflanze heißt im Volksmund auch Grind- oder Krätzkraut, was auf die frühere Verwendung hinweist.

Doch zurück zu unserem Schmetterling: Er ist ein Wanderfalter. 2009 war ein außergewöhnliches Jahr, den zu Abertausenden wanderten Distelfalter aus dem Süden ein. Das tun sie zwar immer, aber damals in ungewöhnlicher Zahl. Ausgangspunkt für die Wanderung ist Nordafrika. Dort fliegen sie im späten Winter los, legen Eier im West- und Südeuropa ab, wo im April eine neue Faltergeneration entsteht. Und dann geht es weiter nach Mitteleuropa.

Manche schaffen gar einen “Direktflug” von Nordafrika oder den Kanaren. 3 – 4000 km, eine Wahnsinnsleistung! Dabei finden allerdings auch viele den Tod vor Erschöpfung, wegen Unwetter, usw. Manche der Tiere fliegen gar weiter bis Finnland, Großbritannien oder gar Island. Respekt!

Auffällig auffällig!

Obwohl, Sie können das Tier schon häufiger übersehen haben. Bestenfalls wird es nämlich 10 mm groß. Die Gemeine Blutzikade, eine von weltweit 40 000 Zikadenarten, ist aber farblich extravagant. Die Farbgebung signalisiert Fraßfeinden: “Also ich, ich schmeck` so gerade gar nicht gut!” Scheint zu funktionieren.

Sie kann nicht wirklich gut fliegen. Aber dafür legt sie aus dem Stand eine Sprunghöhe von 70 cm Höhe hin! In Relation gesehen müssten wir, um Gleiches zu schaffen, ca. 120 m hoch springen. Richtig gerechnet?

Zugegeben, eine beachtliche Leistung. Sie ist aber auch ein “Schaumschläger”. Allerdings dann wirklichen Schaum. In den verbirgt sie den Nachwuchs. Das sieht dann aus, als habe jemand in die Vegetation gespuckt. Und so etwas lässt man lieber links (oder rechts) liegen.

Das Blutzikaden-Männchen kann auch singen, aber es ist so leise, dass wir es nicht hören können. Schade.

Hummelbestimmung im Naturschaugarten 23.5.19

führte Lehramtsstudentin Caroline Köbel eine Unterrichtsreihe an der IGS Bretzenheim durch. Die SchülerInnen lernten dabei Im Rahmen des Hallo-Hummel-Projektes der AG Biologiedidaktik der Uni Mainz führte Lehramtsstudentin Caroline Köbel eine Unterrichtsreihe an de IGS Bretzenheim durch. Die SchülerInnen lernten dabei einiges über die Wichtigkeit der bestäubenden Insekten. Als Beispielsorganismus wurde die Hummel und ihre Bedürfnisse ausführlicher besprochen. Wichtig für die Tiere sind u.a. viele blühende Pflanzen in der Nähe des Hummelnestes. Durch Bestimmung und Zählung der vorhandenen Hummelarten wollten die Jugendlichen herausfinden, ob sich Hummeln in ihrer direkten Umgebung wohlfühlen. Im Schaugarten Lindenmühle ist das offensichtlich der Fall, denn es wurden 7 verschiedene Hummelarten innerhalb von einer 1/2 Stunde entdeckt, die mit Vorliebe auf den schönen Wildrosenblüten Nahrung sammelten. Folgende Hummelarten wurden innerhalb einer halben Stunde von den Schülern entdeckt: 9x dunkle Erdhummel, 5x helle Erdhummel, 1x Gartenhummel, 1x Waldhummel, 3x Wiesenhummel, 1x Steinhummel, 2x Ackerhummel. Der Schaugarten dient den Jugendlichen als positives Beispiel für eine insektenfreundliche Gartengestaltung, die ihnen sicher in guter Erinnerung bleiben wird!

Zweikampf?

Wohl eher nicht. Obwohl die Braune Krabbenspinne sogar größere Tiere wie Schmetterlinge und Hornissen erbeutet, lässt sie die Raupe des Königskerzen-Mönchs in Ruhe. Zumindest solange ich beobachtete. Vielleicht war sie ja einfach nur satt.

Das Bild ist ein schöner Beleg für Vielfalt: Diesen Eulenfalters gäbe es kaum ohne Königskerzen, Spinnen und Vögel brauchen Insekten, wir brauchen die Vögel, die zudem gar Sämereien verteilen. Wir können auf nichts in dieser “Kette” verzichten.