Archiv der Kategorie: Tierportraits

Hier ein Rüsseltier

Es ist keine Kleinigkeit, so ein Kleingetier bis auf das kleinste Detail zu fotografieren. Aber es ist Jack Simon perfekt gelungen. Er kündigte das Bild mit den Worten an „Ich hab‘ ein Rüsseltier für dich, das stand auf der Wasseroberfläche!“ Ich dachte folglich zuerst an einen Elefanten auf z. B. einem See. Und dass Jack mir eine Bären aufbinden will!

Aber statt einer Collage erblickte ich einen ca. 3,2 mm großen Rüsselkäfer. Der war irgendwie in Jacks Vogeltränke gelangt und die Oberflächenspannung bewahrte ihn vor dem Untergehen, was anderen Rüsseltieren wie dem Afrikanischen oder Asiatischen Elefanten weit schlechter gelingt. Er habe ihn, nach ausgiebigen Fotografien, vor dem Ertrinken in der Tränke gerettet.

Der Käfer heißt “Marshams Kleinrüssler“, benannt nach Thomas Marsham (1748 – 1819), einem britischen Insektenforscher, was ein bisschen schade ist, denn es hätte mich gefreut, wenn Jack ihn zuerst entdeckt hätte und der Käfer dann, vielleicht mit Wasser aus der Vogeltränke, getauft worden wäre mit dem Namen “Jacks Kleinrüssler“, was zugegeben allerdings befremdlich klingt.

Aber Jack bleibt dran mit seinem Makroobjektiv am Mikrokosmos. Und vielleicht entdeckt er ja noch was Unentdecktes, das wir nach ihm benennen können!

Maikäfer flieg!

Ein Bayer würde wohl sagen: „Ja mei! Ein Maikäfer!“ Dieser Maikäfer kam aber schon im April, statt im Mai. Bin gespannt, wann der Junikäfer kommt. 
Wie auch immer. Auf dem Foto von Tommy Schneider ist auf jeden Fall ein Feldmaikäfer. Er (Letzterer) hat anders als der Waldmaikäfer keine verdickte Hinterleibsspitze. Dass der Käfer männlich ist, erkennt man an daran, dass er sieben Fühlerblätter hat (eins mehr als ein Weibchen).
Als Kinder spielten wir mit den Käfern, am Schluss landeten sie aber doch bei den Hühnern. Was mir bisher nicht bekannt war: Nicht nur Hühner mögen die Käfer. In den 40er Jahren gab es Maikäfer in der Suppe oder kandierte aus der Konditorei.
Ach nein, ich will mir das nicht vorstellen. Auch wenn ich die Rezepte gelesen habe. Nein danke!

Ein kleiner Spanner!

Kleiner Spanner! Klingt beleidigend, aber ich meine den Hartheu-Spanner. Dieser ist nicht wie die meisten Spanner nachtaktiv, sondern tags und nachts unterwegs. Ich rede immer noch von Schmetterlingen. Woher der Name Spanner kommt? Er leitet sich aus dem Griechischen ab für Landvermesser (= Geometer). Wer die Bewegung dieser Raupen beobachtet, wird’s verstehen: Das sieht so aus, als würden Sie mit einer Hand mit weit gespreiztem Daumen und Zeigefinger eine Spanne abmessen und dann in gerader Linie immer wieder neu ansetzen. Ausprobiert? Genau so bewegen sich die Raupen!
Damit man die Hartheu-Spanner nicht für Weißlinge hält, achte man auf die Enden der Fühler. Sie sind faden- statt keulenförmig. Und anders wie Weißlinge sind sie Kurzsteckenflieger. Denn wenn sie aufgescheucht werden, fliegen sie nur ein paar Meter, dann verstecken sie sich wieder. Die kleinen Spanner!

Ein schmatzender Vogel?

Das Schwarzkehlchen gehört zu den Wiesenschmätzern. Woher der Begriff „Schmätzer“ kommt, ist mir ein Rätsel. Mit viel Phantasie könnte man meinen, dass der Ruf des Singvogels schmatzend klingt. Aber nur mit viel viel Phantasie!
 
Außerdem gehört der Vogel zu den Fliegenschnäppern. Da fällt die Ableitung schon leichter, denn die lauern auf Bäumen und schnappen sich vorbeifliegende Insekten. Sie kennen das vielleicht von Ihrer Schnäppchenjagd am Wühltisch, da stürzt man sich ja auch rein und macht Beute.
 
Ich finde das Schwarzkehlchen wunderschön. Der Gesamtbestand dieser Art ist (noch) nicht gefährdet, doch wird der bestimmt mit dem deutlichen Artenschwund bei den Insekten nicht ohne Einbußen sein. Eine Meta-Studie von 2020 rechnet anhand von 166 Einzelstudien in 1500 Ländern hoch, dass weltweit in 27 Jahren ein Viertel der Insekten verschwindet. Die Folgen sind sicher nicht nur für das Schwarzkehlchen fatal.
 
Dank an Jack Simon für das tolle Foto!

Ein plappernder Vogel?

Folgendes ist passiert: Ich hörte mir über KOPFHÖRER den Gesang der Dorngrasmücke an und versuchte, das „Geplapper“ des Vogels nachzumachen. Man plappert dazu ganz schnell den Merksatz: „Mach ich doch! Hab ich doch gesagt!“. Das musste ich etliche Male üben, bis das passte.

Nun behauptet meine Frau, ich habe zu verschiedenen Aufträgen ihr zugestimmt, etwa Wände streichen, usw. Ich hätte das ausdrücklich und mehrfach betont!  Tz tz tz!

Da möchte ich ja glatt mit dem Vogel bis südlich der Sahara fliegen, das schafft der nämlich über die Winterzeit. Das gelingt dem Vogel dank seines „Magnetsinns“. Anfang der 60er Jahre gab eine gute Studie dazu und so entstand ein neuer Forschungsbereich der Verhaltensökologie, dank der man heute weiß, dass viele Tiere diesen Magnetsinn haben. Nicht nur die Dorngrasmücke.

Danke an Jack Simon für das Foto!

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