Kategorie-Archiv: Pflanzenportraits

Was wächst da?

Über gefundene Fossilien freut man sich wie Bolle. Recht achtlos geht man aber oft an lebenden Fossilien wie Farne vorbei. Klar, sie haben an Größe eingebüßt. Vor 350 Mio. Jahren waren sie bis 30 Meter hoch. Jetzt wird z.B. der Adlerfarn nur noch bis 2 Meter groß. Aber an der Schönheit haben sie nichts verloren. Wunderschön, oder? 


Vielleicht hat ihr Garten schattige Plätze unter Bäumen oder an hohen Mauern für ein paar Farne? Dann sind dort Farne richtige “Hingucker”! Mit etwas Glück halten die Farne sich viele Jahre.

(Ursprünglich war ein “Insektenparadies” im Schaugarten unter der Linde beim Steg geplant. Mit einem Kleinbagger arbeiteten wir Wurzeln in die Fläche, anschließend sollten Farne und schattenverträgliche Pflanzen dort hin. Das Projekt scheiterte, da die Wurzeln wieder herausgezerrt wurden und z.T. gar im Teich landeten. Wirklich schade und sehr ärgerlich!)

Was wächst da?

Eine wunderschöne Pflanze, die Sumpf-Dotterblume. Warum unsere im NaSchau verschwunden ist? Ich vermute, dass der Teich zu lange trockenfiel. Sehr schade. 


Die Blüten werden von vielen Insekten bestäubt. Oder durch Regen! Ein toller Trick, da sich dann die Blüten mit Wasser füllen und die Pollen landen so auf der Narbe. 


Man kann sich gut vorstellen, dass das satte Gelb der Blüten früher zum Färben der Butter verwendet wurde. Die Engländer färbten gar damit ihren Landwein, die Spanier nahmen die Blätter für den Salat. Und die Deutschen? Sie nahmen die Knospen als Kapernersatz. Und das, obwohl die Pflanze giftig ist. Jede Kuh dagegen lässt die Finger (das Maul) davon. Da sagt man doch zu Unrecht: Blöde Kuh.

Was wächst da?

Ohne Moos nix los! Heißt es! Was die Natur betrifft, stimmt das vermutlich.


Moose haben sich etwa vor 400 Mio. Jahren gebildet. Und mit ca. 16 000 Arten weltweit sind sie kaum wegzudenken. 


Verstanden hab ich diese Pflanzen nicht. Vermehren sich sexuell oder vegetativ. Hä? Die Hälfte befruchtet sich selbst. Ui, ich muss bei Gelegenheit mal über Fortpflanzung nachdenken. Ganz schön kompliziert!

Was wächst da?

Na schau mal in den NaSchau! Wie schön die Wildart der Osterglocken blühen. Aber bitte nicht diese wilde Art pflücken, da werd’ ich wild. (Das ist aber sonst nicht meine Art.) Die Narcissus pseudonarcissus ist streng geschützt. Ich hoff`, es nützt. 


Diese Narzisse hat einen genialen Trick: Ist die Zwiebel zu flach eingepflanzt, zieht sie sich mit Zugwurzeln tiefer. 


Die Osterglocke steht als Symbol des ewigen Lebens. Wer aber die Zwiebeln verzehrt, der riskiert das aktuelle Leben. Drum ein kleiner Tipp: Die Zwiebeln der Osterglocken nie neben Speisezwiebeln lagern. Andererseits: Sind wir doch ehrlich, Leben ist immer lebensgefährlich (lt. Erich Kästner). 

Was wächst da?

Sie kündigen den Vorfrühling an, die schönen Schneeglöckchen. Und wahrscheinlich sind sie auch schön giftig. Wenn auch nicht für Insekten. Für die sind sie oft die erste Nahrungsquelle. Schnee macht der Pflanze kaum etwas aus, denn sie kann sich mit einer Art Frostschutzmittel gegen die Kälte schützen. 

Genial ist, wie die Pflanze sich verbreitet: An die Samen ist ein Nährkörper angewachsen, den Ameisen gerne verzehren und dann die Samen oft auf dem Weg zum Bau vergessen. Das verwundert ein wenig, da ein giftiges Alkaloid der Pflanze gegen Alzheimer und Demenz verwendet wird. Aber das kennt man ja: Mit vollem Bauch denkt es sich schlecht!


(Das Bild ist von Max Thierbach, 12 Jahre. Danke.)