Kategoriearchiv: Pflanzenportraits

So spät noch am Trinken?

Süße kleine Ackerhummel auf Nektar- und Pollensuche. Eigentlich kehrt sie viel lieber bei der Weißen Taubnessel, bei der Vogel-Wicke, beim Wiesen-Klee oder beim Kriechenden Günsel ein, aber jetzt im Oktober haben manche keinen Ausschank mehr. Die Schwarze Königskerze hat noch geöffnet. Und die kleine Hummel packt sich bei ihr noch zwei eiweißhaltige Pollenpakete ein. “Höschen“ nennen das (nicht nur) die Etomologen.

Die Schwarze Königskerze ist eine Augenweide! So viele filigrane Blüten! Die werden zu Kapseln mit ordentlich viel Samen, bis zu 60 000 pro Pflanze, die vorwiegend der Wind oder ich (oder Sie?) verteilen.

 Meiner Meinung nach nimmt die zwei- oder mehrjährige Staude aber nicht überhand, sucht sich eher da und dort eine Lücke. Samen am besten im Herbst verstreuen, sie sind Lichtkeimer und brauchen Frost. Macht die Pflanze ja auch genau so.

Das bunte Wunder können Sie aber erst im zweiten Jahr erwarten, im ersten Jahr bildet sich nur eine Blattrosette mit dunkelgrünen Blättern. Aber: Das Warten lohnt sich!

Riecht nach Moschus?

Vor kurzem schrieb ich was zum Moschusbock. Ich bleibe in etwa beim Thema: die Moschusmalve. Den Moschusduft der Blüten konnte ich nicht wahrnehmen, aber ich glaube, dass dem so ist. Ich glaube nur nicht an meine olfaktorische Fähigkeit. Meinen Augen dagegen kann ich trauen: Sie ist eine Schönheit!

Die winterharte Staude war ursprünglich am Mittelmeer zuhause, wurde aber als Heilpflanze in viele europäischen Ländern eingeführt und ist längst aus den Gärten ausgebüchst, aber nicht invasiv. Sie ist eine gute Bienen- und Insektenweide, blüht von Juni bis Oktober.

Sie mag Sonne und Halbschatten. Dank ihrer Pfahlwurzel übersteht sie auch Trockenperioden. Sie eignet sich auch als Kübelpflanzen. Das geht übrigens auch mit der ebenfalls sehr schönen Wilden Malve.

Wenn man die unreifen Samenkapseln sauer einlegt, können sie als Kapernersatz dienen. Hab‘ ich noch nicht ausprobiert, gustatorisch bin ich auch nicht sehr begabt. Ich lasse lieber die Samen ausreifen und sich aussamen. Einfach auch mal lassen können!

Riecht wie Zitronenkuchen?

Was riecht nach Vanille und Zitrone? Zitronenkuchen? Eine Lotion „Zuckerschnute“? Beides richtig, aber ich meine den „Diptam“ alias „Spechtwurz“. Den Geruch dieser Pflanze werden Sie kaum kennen, denn sie ist selten und in manchen Bundesländern ausgestorben.

Wir hatten vor ca. 15 Jahren dieses Duftwunder auch im Schaugarten am Duftpfad stehen. Ist aber verduftet, oder gestohlen worden oder von anderen Pflanzen verdrängt worden.

Brennend interessiert mich, dass sich verdunstende Öle der Blume bei großer Hitze entzünden können. Auch spannend: Die Samen der Pflanze können etwas 5 Meter weit geschleudert werden. Eigentlich eine Chance für eine gute Ausbreitung. Effektiver vielleicht war früher, dass man sie gerne in Gärten pflanzte. Obwohl man sie nicht mehr zu den Heilpflanzen zählt, sollte man ihr allein schon ihrer Schönheit willen in Gärten eine Chance geben. Und keine Sorge: Weder der Pflanze noch ihrem Haus und Garten droht durch die mögliche kurze Verpuffung eine Feuergefahr!

Eine Blume (nicht nur) für die Nacht!

Sie ist ein wahrer „Hingucker“, die ungewöhnliche „Gewöhnliche Nachtviole“! Eigentlich ist sie ja eine Giftpflanze, aber „sparsam verwendet können jedoch einige Teile der Pflanze verzehrt werden.“ sagt Wikipedia. Es geht nichts über exakte Hinweise!!!

32 Wildbienenarten und viele nachtaktive Schmetterlinge haben zur Giftigkeit eine andere Meinung und holen sich Nektar oder Pollen von diesen beliebten Zierpflanzen.

Abends und die ganze Nacht würden sie nach intensiv nach Veilchen duften. Ich sollte mir eigentlich einmal dieses olfaktorische Erlebnis in meinem eigenen Garten gönnen.  Da stehen nämlich welche, wenn auch nicht im Schaugarten.

Aber ich bin zu faul dazu. Vielleicht morgen! Die duftenden Nachtviolen in meinem Garten werden dann ja auch noch da sein und sich schon nicht „verduften“!

Noch ein Frühblüher

Märchenhaft! Gab es nicht auch ein Märchen dazu: Die Prinzessin auf der Frühlings-Platterbse? Oder ging die Geschichte anders(en)?

Egal! Auf jeden Fall schafft die Pflanze viel Freude beim Betrachter. Und noch mehr bei den Insekten. 62, sage und schreibe zweiundsechzig Wildbienenarten holen sich bei dem Frühblüher Nektar und Pollen.

Nicht leicht ist es, an die Nahrung zu kommen. Das schaffen nur kräftige Insekten. Die Dunkle Erdhummel hilft sich mit einem Trick: Sie knabbert die Blüten seitlich auf! Clever!

Die Pflanze mag es halbschattig, wird bis 40 cm hoch und blüht von April bis Mai. Diese zarte Pflanze ist robust, ihre Wurzeln schaffen es bis 1m in die Tiefe. Und sie ist mehrjährig.