Archiv der Kategorie: Pflanzenportraits

Noch ein Frühblüher

Märchenhaft! Gab es nicht auch ein Märchen dazu: Die Prinzessin auf der Frühlings-Platterbse? Oder ging die Geschichte anders(en)?

Egal! Auf jeden Fall schafft die Pflanze viel Freude beim Betrachter. Und noch mehr bei den Insekten. 62, sage und schreibe zweiundsechzig Wildbienenarten holen sich bei dem Frühblüher Nektar und Pollen.

Nicht leicht ist es, an die Nahrung zu kommen. Das schaffen nur kräftige Insekten. Die Dunkle Erdhummel hilft sich mit einem Trick: Sie knabbert die Blüten seitlich auf! Clever!

Die Pflanze mag es halbschattig, wird bis 40 cm hoch und blüht von April bis Mai. Diese zarte Pflanze ist robust, ihre Wurzeln schaffen es bis 1m in die Tiefe. Und sie ist mehrjährig.

„Stinkt“ ihm das?

Wie würden Sie reagieren, würde man Sie Knoblauchschwindling oder Bitterer Schleimkopf nennen (beides sind Pilze)? Oder Fetthenne oder Ochsenzunge (Pflanzen)? Lauter schlimme Namen!

Stinkender Nieswurz zu heißen, das ist sicher auch nicht einfach. Aber es stimmt schon: Die Blätter riechen etwas unangenehm. Doch die Blüten „duften“!

Früher hatte man die Wurzeln ausgegraben, getrocknet und gemahlen, um Niespulver daraus zu machen. Als Scherzmittel war das Pulver beliebt. Auch versuchte man damit Leute aus einer Ohnmacht zu holen, was manchmal gelang, aber dann zu Vergiftungserscheinungen führen konnte, denn alles an diesem Nieswurz ist giftig. Naja, nicht für alle Spezies. Bienen und Hummeln bietet er Pollen und Nektar.

Dieser Nieswurz ist besonders geschützt. Er darf der Natur nicht entnommen werden. Aber Naturgärtnereien bieten ihn an. Und in Ihrem Garten gepflanzt bekommen Sie Hilfe durch Ameisen. Die pflanzen ihn neu, denn sie verschleppen die Samen. Man sollte sie dafür loben!

Schön und schön giftig – die Zaunrübe

Ich mag sie, auch wenn sie manchmal aufdringlich wird. Um jedes Missverständnis vorzubeugen: Ich meine damit nicht eine weibliche Person, sondern eine Zaunrübe in meinem Garten. Die wuchert mir jedes Jahr quer durch mein Wildpflanzenbeet. Das wird mir dann doch zu viel und ich entferne einige der bis zu 4 m langen Ranken, vorsichtig, mit langen Ärmeln und Handschuhen bewaffnet, denn die Pflanze ist ziemlich giftig. Und die später entstehenden Beeren sind es auch. Also aufgepasst!

An den restlichen geduldeten Trieben entstehen ab etwa April kleine schöne Blüten, von deren Nektar und Pollen sich die Zaunrüben-Sandbiene ernährt. Ausschließlich! Ohne diese Pflanze gibt es auch diese Wildbienenart nicht mehr!

Ich vermute eine sehr große Wurzel in Boden, sie kann mehrere Kilogramm schwer werden. Aber gut, ich komme, abgesehen von ein paar Eingriffen, mit der Giftpflanze klar, freue mich gar über die schönen, aber giftigen Beeren. Die können nur die Vögel unbeschadet genießen, für Menschen können sie tödlich sein. In einem Garten, den Kinder nutzen, sollte die Pflanze besser nicht wachsen. Für die Natur und die Vielfalt ist sie aber wichtig.

Frühlingsstarter: Kornelkirsche

Frühling! Der hat für uns immer was fürs Herz. Braucht man ja auch bei all den Nachrichten.

Ich will mal versuchen, Ihnen einen von mir so genannten „Frühstarter“ zu zeigen. Im Original im Schaugarten ist er natürlich viel schöner.

Heute also Start mit dem Frühstarter Kornelkirsche = Herlitze =  Gelber Hartriegel = Dürlitze = Hirlnuss, Gängig ist am ehesten Kornelkirsche wegen der tollen Früchte im Herbst. 

Aber jetzt schon ist der Großstrauch ein wahrer Hingucker. Und für viele Bienen ein Eldorado! Setzen Sie sich auf unsere große von der Sonne vorgewärmte Steinbank in der Trockenmauer, dann den Blick leicht nach rechts, und …  Ach was, der Hingucker ist Ihnen bestimmt schon vorher aufgefallen! Ihnen einen schönen Frühling.

Ehrvoll

Heute mal mit Verlaub was zum Eichenlaub! Außer auf dem Bild sieht man Eichenblätter überall: auf Wappen von Gemeinden oder Familien, auf alten griechischen Münzen, auf Ehrenmälern, als Leistungsabzeichen im Sport bei der Bundeswehr, auf Gräbern, auf dem Haupt von Zeus und ja, auch auf dem Kopf der Germania! Sie sind Symbol für Treue, Macht, für Standhaftigkeit. Und, weil Eichenlaub so  spät abfällt, auch für Unsterblichkeit!

Ich finde dieses Laub a) toll und b) gar unter der Eiche. Nationalisten würden zu dem Baum auch sagen: „Deutsche Eiche“.

Auch Schwärme von Insekten schwärmen von ihr. Bis zu 1000 Arten heißt es könnten in einer Krone gefunden werden.

Einen besonderen Verehrer dieser Baumart will ich noch schnell vorstellen: den Eichelbohrer. Der Käfer wird maximal 8 mm groß. Beim Weibchen ist der Rüssel nochmal so lang wie der Körper. Kurios!