Archiv der Kategorie: Pflanzenportraits

Schöne-Frau-Pflanze

“Schöne Frau”, so heißt diese Pflanze übersetzt. Aber sie ist sehr giftig.
 
Meiner Meinung nach sollte Schönes nicht giftig sein. In Hollywood-Filmen sind die Schönen doch auch meist gut. Die Tollkirsche ist wirklich toll schön, aber auch toll giftig. Schon 3 – 4 Beeren können ein Kind töten. Lediglich der Name verrät etwas zur Giftigkeit: Atropa belladonna.
 
Atropa ist eine der drei griechischen Schicksalsgöttinnen. Die erste spinnt den Lebensfaden, die zweite teilt das Schicksal zu und die dritte, Atropa, schneidet den Faden des Lebens durch. Da ist der Name also Programm! 
 
Einem der Giftstoffe sind sie vielleicht schon beim Augenarzt begegnet: Atropin in Augentropfen, das macht die Pupillen weit. Das lässt tief blicken!

“Fast Unkaputtbar”

Sie haben keinen “grünen Daumen”? Vergessen Ihre Pflanzen zu gießen, haben keine Lust auf Gartenarbeit, haben vielleicht nur eine Terrasse? Dann ist das die ideale Pflanze für Sie! Der lat. Name verrät schon alles: Sempervivum = immerlebend. Der Dach-Hauswurz braucht nur etwas mageren Boden und eine Stelle ohne Staunässe. 
 
Der dekorativen Pflanze werden auch Heil- und Zauberkräfte zugeschrieben. U. a. empfahl Hildegard von Bingen Männern das Essen der Blätter, wenn’s nicht mehr so klappt und dann da was wegklappt. Aber keine Sorge! Wenn die Pflanze bei Ihnen wächst, wird niemand denken, da hätte jemand Potenzprobleme. Was eine Äbtissin vor ca. 900 Jahren behauptete, weiß eh keiner mehr. 😉 

Zimbelkraut nicht zimperlich

Manchmal erscheinen neue Pflanzen im Schaugarten. Dann entscheiden wir, ob sie passen, ob sie heimischen sind oder invasiv. Das Zimbelkraut ist seit längerer Zeit bei uns heimisch und passt. Dazu ein Gedicht:

Kaum war die Mauer hingebaut, da kam auch schon das Zimbelkraut. Und konnte sich beizeiten in Mauerritzen verbreiten. Wir haben’s ihm nicht krumm genommen und sagten nur: „Willkommen!” Worauf es freudig sich bemühte und erblühte. Und war weiter bemüht, der eingebürgert Neophyt. Seine Herkunft ist verschwommen, man hat angenommen, er sei aus Italien hochgekommen oder wurde von dort mitgenommen. 
 
Man konnte die Pflanzen im Großen und Ganzen nutzen bei offenen Wunden, um schneller zu gesunden. Auch blühen sie auf Dauer, genauer, remember, von April bis September, zwar etwas dezent, halt so, wie man’s von “Mauerblümchen” kennt. 

Die Schöne

TUSCH! Baum des Jahres 2021, die Stechpalme
 
Ilex aquifolium ist bestechend schön, eine heimische immergrüne Pflanze, die 300 Jahr alt werden kann, auch als Strauch wächst und wunderschöne Früchte trägt. Die Beeren sind allerdings für die Menschen giftig, während sie für die Vögel nach mehrmaligem Frost ein schöner Leckerbissen sind. Beliebt ist Ilex bei Naturgärtnern auch, weil die Blüten eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen sind. Ohne Ihnen auf die Palme gehen zu wollen: Pflanzen Sie doch auch die Europ. Stechpalme (männl. u. weibl.), die Natur hat viel davon und Sie einen richtigen “Hingucker”. Und mit den Zweigen einen wunderbaren Weihnachtsschmuck! 

Originelle Natur?

Die Blätter sehen ein wenig so aus wie misslungene Flaggenentwürfe von Litauen. Aber zugegeben, es ist eine kuriose Farbkombination! Und die Anordnung der Farben! Was für ein Zufall! Oder auch nicht?! 
 
Irgendetwas läuft hier doch offensichtlich so, dass irgendetwas vom dem Chlorophyll irgendwie nicht abläuft. Bei diesen Buchenblättern sind es vermutlich die Gallen, die den Abfluss behindern. Die Gallen entstehen, wenn die Larven der Buchengallwespe die Blätter ansaugen. In den sich bildenden Gallen können sich dann die Larven geschützt entwickeln. 
 
Wenn Sie mehr über die Blätter erfahren wollen, können Sie ja mal “nachblättern“!