Archiv der Kategorie: Giftpflanze

Riecht wie Zitronenkuchen?

Was riecht nach Vanille und Zitrone? Zitronenkuchen? Eine Lotion „Zuckerschnute“? Beides richtig, aber ich meine den „Diptam“ alias „Spechtwurz“. Den Geruch dieser Pflanze werden Sie kaum kennen, denn sie ist selten und in manchen Bundesländern ausgestorben.

Wir hatten vor ca. 15 Jahren dieses Duftwunder auch im Schaugarten am Duftpfad stehen. Ist aber verduftet, oder gestohlen worden oder von anderen Pflanzen verdrängt worden.

Brennend interessiert mich, dass sich verdunstende Öle der Blume bei großer Hitze entzünden können. Auch spannend: Die Samen der Pflanze können etwas 5 Meter weit geschleudert werden. Eigentlich eine Chance für eine gute Ausbreitung. Effektiver vielleicht war früher, dass man sie gerne in Gärten pflanzte. Obwohl man sie nicht mehr zu den Heilpflanzen zählt, sollte man ihr allein schon ihrer Schönheit willen in Gärten eine Chance geben. Und keine Sorge: Weder der Pflanze noch ihrem Haus und Garten droht durch die mögliche kurze Verpuffung eine Feuergefahr!

Eine Blume (nicht nur) für die Nacht!

Sie ist ein wahrer „Hingucker“, die ungewöhnliche „Gewöhnliche Nachtviole“! Eigentlich ist sie ja eine Giftpflanze, aber „sparsam verwendet können jedoch einige Teile der Pflanze verzehrt werden.“ sagt Wikipedia. Es geht nichts über exakte Hinweise!!!

32 Wildbienenarten und viele nachtaktive Schmetterlinge haben zur Giftigkeit eine andere Meinung und holen sich Nektar oder Pollen von diesen beliebten Zierpflanzen.

Abends und die ganze Nacht würden sie nach intensiv nach Veilchen duften. Ich sollte mir eigentlich einmal dieses olfaktorische Erlebnis in meinem eigenen Garten gönnen.  Da stehen nämlich welche, wenn auch nicht im Schaugarten.

Aber ich bin zu faul dazu. Vielleicht morgen! Die duftenden Nachtviolen in meinem Garten werden dann ja auch noch da sein und sich schon nicht „verduften“!

„Stinkt“ ihm das?

Wie würden Sie reagieren, würde man Sie Knoblauchschwindling oder Bitterer Schleimkopf nennen (beides sind Pilze)? Oder Fetthenne oder Ochsenzunge (Pflanzen)? Lauter schlimme Namen!

Stinkender Nieswurz zu heißen, das ist sicher auch nicht einfach. Aber es stimmt schon: Die Blätter riechen etwas unangenehm. Doch die Blüten „duften“!

Früher hatte man die Wurzeln ausgegraben, getrocknet und gemahlen, um Niespulver daraus zu machen. Als Scherzmittel war das Pulver beliebt. Auch versuchte man damit Leute aus einer Ohnmacht zu holen, was manchmal gelang, aber dann zu Vergiftungserscheinungen führen konnte, denn alles an diesem Nieswurz ist giftig. Naja, nicht für alle Spezies. Bienen und Hummeln bietet er Pollen und Nektar.

Dieser Nieswurz ist besonders geschützt. Er darf der Natur nicht entnommen werden. Aber Naturgärtnereien bieten ihn an. Und in Ihrem Garten gepflanzt bekommen Sie Hilfe durch Ameisen. Die pflanzen ihn neu, denn sie verschleppen die Samen. Man sollte sie dafür loben!

Schön und schön giftig – die Zaunrübe

Ich mag sie, auch wenn sie manchmal aufdringlich wird. Um jedes Missverständnis vorzubeugen: Ich meine damit nicht eine weibliche Person, sondern eine Zaunrübe in meinem Garten. Die wuchert mir jedes Jahr quer durch mein Wildpflanzenbeet. Das wird mir dann doch zu viel und ich entferne einige der bis zu 4 m langen Ranken, vorsichtig, mit langen Ärmeln und Handschuhen bewaffnet, denn die Pflanze ist ziemlich giftig. Und die später entstehenden Beeren sind es auch. Also aufgepasst!

An den restlichen geduldeten Trieben entstehen ab etwa April kleine schöne Blüten, von deren Nektar und Pollen sich die Zaunrüben-Sandbiene ernährt. Ausschließlich! Ohne diese Pflanze gibt es auch diese Wildbienenart nicht mehr!

Ich vermute eine sehr große Wurzel in Boden, sie kann mehrere Kilogramm schwer werden. Aber gut, ich komme, abgesehen von ein paar Eingriffen, mit der Giftpflanze klar, freue mich gar über die schönen, aber giftigen Beeren. Die können nur die Vögel unbeschadet genießen, für Menschen können sie tödlich sein. In einem Garten, den Kinder nutzen, sollte die Pflanze besser nicht wachsen. Für die Natur und die Vielfalt ist sie aber wichtig.

Frühlingsbotin

Fetthenne, Kälberkropf, Teufelsabbiss, es gibt schreckliche Namen für Pflanzen. Das heimische Kleine Schneeglöckchen hat es besser erwischt. Und es ist ein wunderschöner Vorfrühlingsbote. Manchmal streckt die Staude gar ihre Blüten aus dem Eis und Schnee. Ganz unverfroren! 😉

Nektar und Pollen spendiert die Blume wenig, aber als frühe Nahrungsquelle ist sie wichtig für Insekten wie Wildbienen und Schmetterlinge. Nahrung finden auch die Ameisen, denn die Samen sind mit Appetithäppchen versehen. Die Ameisen nehmen diese Snacks mit und verbreiten so die Samen.

Ein Extrakt aus dem Blümchen ist das Gelantamin, der Stoff soll den Demenzverlauf verlangsamen. Aber selbst einen Stoff gegen das Vergessen zu produzieren, das sollten Sie vergessen. Das Kleine Schneeglöckchen ist geschützt und giftig.