Arbeitskreis Naturnahes Grün
Mitglied in der Lokalen AGENDA Mainz

- Naturschaugarten Lindenmühle in Mainz
- Ein Artenschutzprojekt
- von Bürgern für Bürger

Glück und Traurigkeit liegen bei mir nahe beieinander. Gerade noch bin ich glücklich, den Hainlaufkäfer auf der Hand halten zu können, schon werde ich traurig, dass es immer weniger Insekten gibt.
Aber immerhin habe ich einen „Echten“ Laufkäfer in der Hand. Wunderschön schwarz glänzend, etwas violett, etwas rosa. Ich bin happy!
Ich verrate jetzt, weshalb sie dieses Tier auch lieben werden: Es frisst Nacktschnecken, sogar die Spanische Wegschnecke! Mahlzeit!
Der Nützling jagt auch Insekten und Raupen. Und, na ja, gelegentlich gibt es etwas Obst.
Schon bin ich wieder traurig, weil ich den Laufkäfer laufen lassen muss. Vielleicht laufen wir uns ja wieder über den Weg, denn er wird drei Jahre alt!
(Diesen Laufkäfer habe ich im Bergischen Land entdeckt.)
Ich schrieb schon Geschichtchen über den Prachtkäfer und die Prachtlibelle. Und jetzt gibt es was zur Prachtwanze. Ist sie nicht auch eine Pracht? Aber oh je! Ihr fehlt ein Bein!
Ich verliere ja auch viel. Aber ein Bein verlieren, das finde ich schrecklich. Das Handicap der Wanze hindert sie aber nicht am rasanten Wegkrabbeln. Schnell ein Foto! Geschafft!
Wenn man gut aussieht, traut man sich auch eher, im Rampenlicht zu stehen. Darum ist die Wanze an sonnigen Waldrändern zu finden. Kleider machen Leute, bzw. hübsche Exoskelette schöne Käfer.
Die Prachtwanze ist übrigens ein Nützling, denn sie verzehrt hauptsächlich Blattläuse, Insekteneier und kleine Larven und reguliert somit Schädlinge auf natürliche Weise. „Natürliche Weise regulierend“ finde ich eine seltsame Bezeichnung für den kleinen schönen Killer. Der davon abgesehen auch gelegentlich etwas Pflanzensaft saugt, vielleicht ja als Digestif. 😀
Mit einem herrlich-sonnigen Tag ging unser letzter „Tisch im Garten“ zu Ende. Es war noch schön warm, aber schon überall waren Blattverfärbungen, Früchte und Hagebutten zu sehen.
Wieder mal waren neue Gäste da, z.B. eine Naturgärtnerin, die Gartenführer-Kurse gibt und den Kurs z.T. in unseren Schaugarten abhält. Obendrein zu Gast: ein Eichhörnchen, das sich über uns im Nussbaum Wintervorräte abholte und ein junger Hund eines Gastes, der versuchte, den Garten umzugraben, obwohl das nicht in das Konzept von Naturgärtnern passt, und und und …

Nächstes Jahr gibt es wieder an jedem 1. Freitag im Monat ab April bis Oktober unser „Tisch im Garten“-Programm. Wir freuen uns schon jetzt darauf!
Voller Neid betrachte ich das Bild. „Warum? Warum nur ist der Zweibrütige Würfel-Dickkopffalter im NATURTREFF beobachtet worden, und nicht in unserem NATURSCHAUGARTEN?“ frage ich mich und bleibe mir selbst die Antwort schuldig. Attraktiv sind doch beide Mainzer Naturgärten, da sie eine Vielzahl heimischer Pflanzen zeigen. Naja, dafür habe ich schon mehrfach den Rostfarbigen Dickkopffalter in unserem Naturgarten beobachtet. Was soll’s! Es wäre ja dickköpfig, sich wegen Dickkopffalter zu streiten.
Zu gerne hätte ich den ‘Zweibrüten …‘, insbesondere seine Raupen, auch im NaSchau, denn die Raupen fressen zu gerne Fingerkraut. Und Fingerkraut haben wir im Schaugarten so viel, dass es mir vor dem Fingerkraut immer graut!
Der abgebildete Falter wird auch Puzzlefalter genannt. Finde ich schöner wie den Hinweis auf seinen dicken Kopf. Noch schöner fände ich, wenn man sich über Artenvielfalt von Dickkopffaltern und anderen Schmetterlingen ‘keinen Kopf machen müsste‘! Gegen den Artenschwund hilft eben kein ’Kopf hoch!‘, sondern nur: „Wir werden aktiv!“
#falter #puzzlefalter #naturgarten #schmetterling #dickkopffalter
Auge in Auge mit einem Wolf. Wer kann sich außer mir damit rühmen!? Mein Wolf hatte sogar fünf Augen. Etwas schmälert allerdings meinen Ruf: Der Wolf war der Bienenwolf.
Trotzdem! Diese Wespenart ist und bleibt gefährlich, wenn auch nur für Honigbienen. Sie überfällt diese immer beim Blütenbesuch, nie im Bienenstock. Aber weil die Art selten ist, gilt sie als unschädlich für Honigbienenbestände.
Dieser „Wolf“ unter den Insekten lähmt das Opfer mit einem Stich, das Gift wirkt innerhalb von Sekunden. Die Biene wird als Proviant für den Nachwuchs in die Brutzellen geschleppt, dort vom „Wolf“ abgeleckt, wodurch der Speichel das Opfer am Verschimmeln hindert. Jetzt wird es unschön: Nachdem Larven aus den Eiern des „Wolfes“ schlüpfen, machen die sich über die gelähmten Opfer her, wobei die noch eine Weile leben, weil lebenswichtige Organe zuletzt verspeist werden. Horror!!! Die Larven spinnen sich nach ihrer Mahlzeit in Kokos und schlüpfen dann im Frühjahr. Die kleinen „Wölfchen“!
Ich entschuldige mich für diese reale Geschichte. Die nächste wird harmloser!
(nicht im Naturschaugarten beobachtet)