Arbeitskreis Naturnahes Grün
Mitglied in der Lokalen AGENDA Mainz

- Naturschaugarten Lindenmühle in Mainz
- Ein Artenschutzprojekt
- von Bürgern für Bürger

Frühling! Der hat für uns immer was fürs Herz. Braucht man ja auch bei all den Nachrichten.
Ich will mal versuchen, Ihnen einen von mir so genannten „Frühstarter“ zu zeigen. Im Original im Schaugarten ist er natürlich viel schöner.
Heute also Start mit dem Frühstarter Kornelkirsche = Herlitze = Gelber Hartriegel = Dürlitze = Hirlnuss, Gängig ist am ehesten Kornelkirsche wegen der tollen Früchte im Herbst.
Aber jetzt schon ist der Großstrauch ein wahrer Hingucker. Und für viele Bienen ein Eldorado! Setzen Sie sich auf unsere große von der Sonne vorgewärmte Steinbank in der Trockenmauer, dann den Blick leicht nach rechts, und … Ach was, der Hingucker ist Ihnen bestimmt schon vorher aufgefallen! Ihnen einen schönen Frühling.
Auf der wwf-Netzseite steht: Am 3. März feiert die Welt den Tag des Artenschutzes. Haben Sie, wie ich, den auch nicht gefeiert? Der Tag ist ja auch nicht bekannt. Und zu feiern gibt es da ja auch nichts. Bei all dem Artenschwund!
Zwei Tage vor diesem „Feiertag“ überraschte uns in einem Tümpel im Rheingau eine riesige Menge an Froschlaich. Was für ein toller Anblick!
Aber leider sieht es für Amphibien nicht gut aus. Von allen gefährdeten Tierarten weltweit sind sie mit 23 % proportional am stärksten betroffen. Sie sind lebende Bioindikatoren, die uns viel über Umwelteinflüsse und das Verschwinden von Lebensräumen verraten.
Wir genießen an diesem Wandertag den abenteuerlichen Anblick, rätseln von welcher Froschart dieser Laich ist (kaum möglich) und würden gerne die Entwicklung zu Fröschen im Zeitraffer verfolgen können. Hoffentlich überleben viele!
Das müsste die Schlupfwespengattung Perithous sein. Der Name soll sich von dem griechischen König Peirithoos ableiten, der böse Kentauren besiegte. Er war aber selbst kein Guter. Nur soviel: Er versuchte Helena zu entführen, später auch gar Persephone aus der Unterwelt, was aber etwas schief ging und er dabei seine Hinterbacken verlor! So sagen es die sagenhaft Mythen. Ehrlich!
Ich bin ratlos, was das mit dem Insekt zu tun haben soll. Haben Sie eine Idee?
Die abgebildete weibliche Schlupfwespe sieht abenteuerlich und bedrohlich aus. Aber sie tut keiner Fliege was zuleide😉. Wohl aber Larven von Grab-, Gold- und Faltenwespen und kleinen Wildbienenarten! Mit dem langen Legestachel legt die Schlupfwespe gezielt ein Ei in die Wirtslarve, oft durch Holz und Pflanzenmaterial hindurch, mitunter auch mit einem lähmenden Gift für das Opfer, damit das ohne Gegenwehr von innen aufgefressen werden kann.
Oh grausame Welt! Wäre das nicht auch Stoff für klassische griechische Tragödien gewesen?
Heute mal mit Verlaub was zum Eichenlaub! Außer auf dem Bild sieht man Eichenblätter überall: auf Wappen von Gemeinden oder Familien, auf alten griechischen Münzen, auf Ehrenmälern, als Leistungsabzeichen im Sport bei der Bundeswehr, auf Gräbern, auf dem Haupt von Zeus und ja, auch auf dem Kopf der Germania! Sie sind Symbol für Treue, Macht, für Standhaftigkeit. Und, weil Eichenlaub so spät abfällt, auch für Unsterblichkeit!
Ich finde dieses Laub a) toll und b) gar unter der Eiche. Nationalisten würden zu dem Baum auch sagen: „Deutsche Eiche“.
Auch Schwärme von Insekten schwärmen von ihr. Bis zu 1000 Arten heißt es könnten in einer Krone gefunden werden.
Einen besonderen Verehrer dieser Baumart will ich noch schnell vorstellen: den Eichelbohrer. Der Käfer wird maximal 8 mm groß. Beim Weibchen ist der Rüssel nochmal so lang wie der Körper. Kurios!
Ich finde den Smaragdspanner spannend. Ihm wird man nur nachts begegnen, vom Licht angezogen. Uns gelang das bei einer Nachfalterführung im Vorjahr. Dazu wurden Lichtfallen mit hohem Blauanteil und ultravioletter Strahlung eingesetzt. Mit Erfolg, auch bei anderen Arten.
Der Begriff Spanner hat nichts mit seiner „Spannweite“ zu tun (bis 34 mm), wohl aber mit „Spanne“. Das ist ein veraltetes Längenmaß und bezeichnet den Abstand von Daumen zum kleine Finger (etwa 20 cm). Misst man auf diese Weise mehrere „Spannen“, wandert nach einer Spanne am besten der Daumen zum kleinen Finger, um dann die nächste Spanne durchzuführen. Falls ich das jetzt vermitteln konnte, dann wissen Sie somit auch, wie sich Spannerraupen fortbewegen.
Die Raupe des Smaragdspanners hat noch was Raffiniertes: Sie bedeckt sich mit kleinen Blattstückchen, sodass es aussieht, als marschiere ein welkes Blatt vorbei! Das habe ich noch nicht beobachtet, fände ich aber „spannend“!