Arbeitskreis Naturnahes Grün

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Naturschaugarten Lindenmühle in Mainz
Artenschutzprojekt der Lokalen AGENDA 21
- von Bürgern für Bürger

Teichreinigung

Er ist unser Sorgenkind – der Teich. Viel Astmaterial und Laub fällt von der Weide in ihn, Steine von Naturschaugarten werden hinein geworfen, die Umzäunung beschädigt. Nun ist er wieder einmal auf “Vordermann” gebracht. Damit er nicht verlandet, wurde enorm viel aus ihm entfernt. Alles, bevor Frösche oder Kröten ablaichen und sich Libellen tummeln.

Sorge macht auch der Wasserstand. Da z.Zt. die Quelle kein Wasser liefert, besteht die Gefahr, dass sich der Teich stark verkleinert. Wann wieder Wasser kommt – wer weiß.

Schade ist, dass aus falsch verstandener Tierliebe immer wieder Brot in den Teich geworfen wird. Das lockt nur Ratten an, das möchte keiner.

Wir hoffen, dass bald wieder Wasserminze, Sumpf-Schwertlilien, Bltuweiderich und vieles mehr im und am Teich erblühen.

Was wächst da?

Ein edler Name: Königskerze. Muss man sich erst mal verdienen. Die Pflanze wurde oft, mit Pech und Harz bestrichen, als Fackel verwendet. Und hat vielleicht Königen als Kerze gedient.

Ich finde besonders die Schwarze Königskerze wunderschön. Welch eine Blüte! Apropos blühen: Es blühte einem Verstorbenen das Fegefeuer, wenn eine Königskerze auf dem Grab wuchs. Sagt eine Volksmär.

Die Samen sind giftig. Und wenn man die Fischen gibt, dann sind die betäubt und lassen sich leichter fangen. Meinte zumindest Aristoteles. Viele Mythen gibt es zur Pflanze. Noch eins: Wer sie ausreißt, wird vom Blitz erschlagen, heißt’s in Bayern. Jo mai, selba Schuid! 

Was wächst da?

Bald ist es soweit, dass es im Schaugarten grünt und blüht. Z.B.:

Muskatellersalbei – eine schöne heimische Pflanze. Nicht nur ich schätze sie, sondern geschätzt aber- und zigtausende von Bienen. Und das ätherische Öl ist ein wahrer Schatz! Wahr ist aber eher nicht, daß Aphrodite der Pflanze den Duft schenkte. Sie soll sich vor Zeus unter einem Salbeistrauch versteckt haben. 


Wahr ist aber schon, dass in der griechischen und römischen Antike Blüten und Blätter gegen Kopfschmerzen gegessen wurden. Seltsam, denn wenn dieser Salbei Wein oder Bier zur Verbesserung des Geschmacks zugefügt wurde, gab es einen enormen Kater.


Was man der Pflanze so alles zuschrieb: (viel)leicht aphrodisierend, leicht euphorisierend, angstlösend, krampflösend, wer weiß. Wie auch immer: Bitte lassen Sie die Pflanzen im Schaugarten stehen. Aber pflanzen Sie ihn doch auch in Ihren Garten. Schon der Anblick ist euphorisierend. 

Im NaSchau wird gezaubert

Es mag schneien oder schauern, Trockenmauern überdauern, dank den richtigen Erbauern, ich kann`s nicht netter sagen, in allen Wetterlagen. 

Man weiß es eben kaum, sie sind oft Lebensraum für Eidechsen und Insekten, die sich gerne drin versteckten, was wir ja auch bezweckten. Wildbiene und auch Hummeln sich darin gern tummeln, zu seh’n beim Vorbeibummeln.

Auch für Pflanzen ist’s nicht ohne, kronen auf der Mauerkrone, oder lugen aus den Fugen und blitzen aus den Ritzen zur Freude und auf Dauer für Gäste und Erbauer. 

Ja, was ist das denn?

Richtig! Birkenporlinge.

Warum Ötzi mehrere Stücke des Birkenporlings dabei hatte, weiß man nicht genau. Aber man geht davon aus, dass man durchaus schon vor 5300 Jahren um die antibakterielle Heilkraft des Pilzes wusste. Forscher vermuten, dass „der Mann aus dem Eis” sich davon Tee gegen Darm-parasiten machte. Der Arme! Aber gut, dass er sich zu helfen wusste. 


Die Liste der möglichen Heilwirkungen des Pilzes ist ellenlange. Nur der Birke hilft er nicht, denn er zersetzt deren Holz.

 
Ötzi hätte vielleicht den Pilz verwenden können, als ihn ein Pfeil in den Rücken traf. Aber vermutlich blutete das stark. Und wenn er eine Scheibe des Pilzes als Wundauflage genommen hätte, wie hätte er die auf dem Rücken angebracht? Das hat ja irgendwie nicht geklappt. Da hatte es ihn wohl “eiskalt” erwischt.