Arbeitskreis Naturnahes Grün

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  • Naturschaugarten Lindenmühle in Mainz
  • Ein Artenschutzprojekt
  • von Bürgern für Bürger

Diese Pflanze hilft beim Geldsegen?

Tausendgüldenkraut, was für ein Name! Den Begriff aus der Antike übersetzte man in etwa mit “Hundertgold“ (Centaurium = Centum für 100 und Aurum für Gold). Aber die Übersetzung ist falsch, weil der Name auf ein mystisches Pferd-Mensch-Wesen (einem Kentauren) hinweist, der mit dem Kraut Wunden heilte. 
Mit der falschen Übersetzung schätzte man also den Heilwert so hoch ein, dass man ihn kaum mit Gold würde bezahlen können. Und später übertrieb man noch mehr mit einem neuen Titel “Tausendgüldenkraut“. Inflationär!
 
Um welche Heilkraft ging es? Man glaubte an die Wirkung bei Augenleiden, Wunden, Beschwerden bei der Menstruation, Bauchleiden, Fieber, Erkrankungen der Leber und Galle, und, last not least, zum Bleichen der Haare. Kurzum fast für und gegen alles. 
Der Name ließ auch an Geldsegen glauben, weswegen mancher in Bayreuth Teile der Blume ins Sparschwein legte. In Schlesien wehrte man damit bösen Zauber ab, im Elsass glaubte man sich durch die Pflanze vor Blitzen schützen zu können. Für was die Blume wirklich etwas nützt, das weiß ich nicht. Aber ich bin mir sicher, sie ist gut für die Augen. Sie ist eine richtige Augenweide! 
 
Herzlichen Dank an Gisela Wolff für das tolle Foto! 

Tisch im Garten 5.7.2024

Der „Tisch im Garten“ findet jeweils am 1. Freitag im Monat von 15 – 17 Uhr statt. Der nächste Termin ist somit am 5. Juli und ist eine schöne Gelegenheit, sich auszutauschen. Oder auch sich einfach mal zurückzulehnen und den Feierabend zu genießen. Ich würde das als „Runterfahren“ bezeichnen. Irgendwie klappt das in der Natur am besten. Und an Natur gibt es allerhand im Schaugarten. 

Wer nickt geschickt?

Oskar Kokoschka hat nicht nur Frauen gemalt. Nein, auch seinen Garten. Und er hatte wohl Respekt vor “Unkräutern“. So sagte er: „Unkraut ist die Opposition der Natur gegen die Regierung der Gärtner.“
Mir graut es vor dem Begriff Unkraut. Disteln gehören für mich auf keinesfalls dazu. Und auch wenn sie stechen: Sie sind “bestechend“ schön! Disteln sind eine echte Zierde in der Landschaft. Und im Garten, wenn man sie dort zulässt oder anpflanzt! Sollt man, denn die Blüten ziehen Schmetterlinge, Bienen und andere Insekten an. Und lässt man die Fruchtstände der Disteln stehen, so haben Vögel wie der Stieglitz, der bei uns überwintert, etwas zum Fressen. 
 
Viele Schmetterlingsraupen mögen die Blätter von Disteln. Und manche Insekten haben in den Stängel ihr Quartier für den Winter. 
Kennen Sie die abgebildete Distel? Ich war mir zuerst unsicher und war so in Gedanken, dass ich die Frage laut formulierte. Und, vielleicht half der Wind, aber ich könnte schwören, dass sie nickte. Da war es mir klar: Das war die Nickende Distel
 

Gläubiges Insekt?

Dass Insekten in Sekten sind, das sollten Sie mir nicht glauben. Aber Gelbe Schlupfwespen zeigen ein seltsames, ja fast religiöses Verhalten. So finden sich viele Weibchen der Art in vielen Sommern z.B. in der Wallfahrtskirche auf dem Peißenberg, in der Pfarrkirche Schmidmühlen und in der Wallfahrtskirche am Mausberg. 
 
Des Rätsels Lösung: Dieses Insekt macht gerne eine “Sommerpause“ in kühleren und höheren Lagen, da bieten sich manche Kirchen an! Die Geschichte von einem gläubigen Insekt würden Sie mir, glaube ich, ohnehin nicht glauben. 
 
Aus menschlicher Sicht „Unmenschliches“ macht die Schlupfwespe: Sie befällt die Raupe des Nachtfalters Amblyteles armatorius (auch Hausmutter genannt) und legt der ein Ei in den Körper, aus dem Ei reift dann in der Raupe die neue Schlupfwespe heran. Unchristlich! 
 
Übrigens: So gefährlich wie sie aussieht ist sie nicht. Sie sticht uns nicht!

Auch eine „Eule“!

Da passt der Name ganz gut: Achateule. Der Nachtfalter erinnert durch seine Zeichnung an bunte, streifenförmigen Ablagerungen von Achaten. 
 
Der Wanderfalter hat als Raupe im Kokon bei uns überwintert, im Frühsommer kommen aber noch weitere Falter über die Alpen zu uns. Deren Nachwuchs, die Raupen, kommen gut zurecht, da sie alles mögliche fressen. Als Schädling treten die aber nirgends überaus häufig auf. 
 
Die zweite Generation fliegt oft wieder in den Süden, über die Alpen nach wer weiß wo. Für die gibt es ja kein Nachtflugverbot. Das weiß auch die Bulldoggfledermaus zu schätzen, denn die jagt in den südlichen Alpen und hat den Falter zum Fressen gern.
 
Elke K. hat diesen Schmetterling in ihren Garten entdeckt und fotografiert. Danke!