Arbeitskreis Naturnahes Grün
Mitglied in der Lokalen AGENDA Mainz

- Naturschaugarten Lindenmühle in Mainz
- Ein Artenschutzprojekt
- von Bürgern für Bürger

Ich finde den Smaragdspanner spannend. Ihm wird man nur nachts begegnen, vom Licht angezogen. Uns gelang das bei einer Nachfalterführung im Vorjahr. Dazu wurden Lichtfallen mit hohem Blauanteil und ultravioletter Strahlung eingesetzt. Mit Erfolg, auch bei anderen Arten.
Der Begriff Spanner hat nichts mit seiner „Spannweite“ zu tun (bis 34 mm), wohl aber mit „Spanne“. Das ist ein veraltetes Längenmaß und bezeichnet den Abstand von Daumen zum kleine Finger (etwa 20 cm). Misst man auf diese Weise mehrere „Spannen“, wandert nach einer Spanne am besten der Daumen zum kleinen Finger, um dann die nächste Spanne durchzuführen. Falls ich das jetzt vermitteln konnte, dann wissen Sie somit auch, wie sich Spannerraupen fortbewegen.
Die Raupe des Smaragdspanners hat noch was Raffiniertes: Sie bedeckt sich mit kleinen Blattstückchen, sodass es aussieht, als marschiere ein welkes Blatt vorbei! Das habe ich noch nicht beobachtet, fände ich aber „spannend“!
Eines Tags kam ich zur Arbeit und es war nur noch kleine Arbeitskleidung vorhanden. „Gut! Dann geh‘ ich heute mal sehr figurbetont!“ sagte ich mir und zwängte mich in Hemd und Hose. Geschafft! Aber, oh nein, das betonte manches zu sehr! Und Sie müssen mir Folgendes abnehmen: Meine Luftzufuhr war zunehmend abnehmend! Ich versuchte mich zu befreien. „Hoffentlich kommt jetzt kein Kollege in die Umkleide!“ dachte ich verschämt. Und nach einiger Zeit relativer Hilflosigkeit: „Hoffentlich kommt jetzt ein Kollege und hilft mir!“
Wie bekomme ich jetzt die Überweisung zur Blaugrünen Mosaikjungfer hin? Ach so, ja klar: Die hatte auch anstrengende Kleidungswechsel hinter sich. Als Larve hat sie sich in ca. zwei Jahren ungefähr siebzehn mal gehäutet. Und, wie auf dem Bild zu sehen, brachte sie am Ende ihrer Entwicklung unter Mühen ihre Larvenhaut zum Aufplatzen und entfaltete sich zur flugfähigen Libelle. Allein das Herausschlüpfen dauerte bis zu 45 Minuten. Ich kann das nachvollziehen, dauerte es bei mir ja auch lange. Es war „zum aus der Haut fahren“! Mindestens einen Unterschied gab es aber zur Libelle. Ich hatte nicht solche Entfaltungsmöglichkeiten!
Vielen Dank an Gisela Wolff für die Bilder!
Ehrlich gesagt ist mir das Pfennigkraut noch nie aufgefallen. Dabei achte ich sehr auf Geld. Den Namen hat die Pflanze, weil die Blätter Geldstücken ähneln, z. B. Cents bzw. Pfennigen.
Die Pflanze ist häufig, immergrün und ausdauernd. Sie kriecht so vor sich hin, in Schatten und Halbschatten. Mir deucht, sie mag es feucht. Mir düngt, sie verträgt gar Staunässe, aber keine Trockenheit. Man kann sie gar in einem Zuber oder Aquarium halten, das hab‘ ich ausbaldowert. Sie blüht schnieke von Mai bis Juli. Die leuchtend gelben Blüten sind eine Augenweide. Ha, da waren jetzt ein paar schöne alte und seltene Worte! Ich mag das! 🙂
Die Pflanze kann sich an geeigneten Stellen durch Ausläufer zu dichten flachen Bodendeckern entwickeln. Man sollte vermeiden, dass sie sich zu massiv verbreitet, damit Raum bleibt für andere Arten. Fraßfeinde gibt es kaum. Die Blätter schmecken seifig, behaupten Insekten.
Apropos Insekten: An die heimische Wildstaude gehen Bienen und andere Insekten. Es gibt zwar keinen Nektar, aber viel Pollen und Öle. Zwei Wildbienenarten sind gar auf die Staude angewiesen.
Mein Dank an Gisela Wolff für das Bild!
Eine Springspinne kann mehr als das zwanzigfache ihrer Körpergröße springen. „Klein, aber oho!“ könnte man sagen. Ähnliche Leistungen in Relation zu meiner Größe sind mir nicht möglich. Ich müsste fast 37 m weit springen!
Der Kupfrige Sonnenspringer (Bild: ein Weibchen) ist so ein kleiner Spezialist (5 mm). Schöner Name, schönes Tier. „Schön?“ werden Sie sich fragen. Und „Schönheit liegt im Auge des Betrachters!“ sagen. Aber was sagt sich die Spinne, wenn Sie uns mit Ihren acht Augen ansieht. Sie sieht uns gestochen scharf und in Farbe, sogar im UV-Bereich. Ich denke, sie wundert sich, dass wir noch nicht mal an der Decke laufen können.
Hören kann sie nicht, aber irgendwie doch: Sie hört“ über Luftschwingungen. Ihre Härchen an den Vorderbeinen registrieren diese.
Viel Wunderliches gäbe es noch zu Springspinnen. Seltsam, aber wahr. Es sind keine Spinnereien! 🙂
Heute mal zu einem Glückssymbol: dem Marienkäfer. Bzw. erst mal zum Pilz-Marienkäfer!
Der Zweiundzwanzigpunkt-Marienkäfer oder Pilz-Marienkäfer und ich haben die gleiche Leidenschaft: Pilzgerichte. Dieser Marienkäfer allerdings mag mehr den pilzigen Mehltau der Pflanzen, von dem er sich ausschließlich ernährt. Das macht den kleinen Käfer zu einem großen Nützling!
(Rotschwarze) Marienkäfer sollen Glück bringen. Man glaubte früher, dass die Jungfrau Maria der Welt diese Käfer geschenkt hat, damit die die Blattläuse fressen. Das ist aber noch nicht abschließend geklärt.
In der Provence glaubt man auch noch etwas, was ich nicht glaube: Säße ein (roter) Marienkäfer auf einem Mann, würde der bald heiraten. Viele werden da bestimmt heimlich das Tier verscheuchen! Ein anderer Aberglaube besagt: Es vergehen für eine Frau bis zur Hochzeit so viele Jahre, wie ein Marienkäfer an Sekunden auf deren Hand bleibt. Allerhand. Liegt aber auf der Hand, finde ich.
Noch mal was zum Glück: Viel Glück Ihnen im neuen Jahr! Und vielleicht ein Marienkäfer, der bei Ihnen landet?
Danke an Gisela Wolff für das Foto!