Arbeitskreis Naturnahes Grün

Mitglied im Kompetenz-Zentrum Biodiversität

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Naturschaugarten Lindenmühle in Mainz
Artenschutzprojekt der Lokalen AGENDA 21
- von Bürgern für Bürger

Sieht was, was ich nicht sehe!

Ich möchte das auch. Nein, kein rotes Brustgefieder. Nein, ich möchte auch nicht so verschieden singen können wie das Rotkehlchen. Ich möchte bitte so bald wie möglich das Magnetfeld sehen können! Bitte! Das Rotkehlchen und andere Zugvögel können`s doch auch! Wie sie das können? Da fragen sie mich was. Viele Tiere können doch sogar UV-Licht sehen. 


Aber wie kann der Vogel das Magnetfeld sehen? Nach neueren Studien liegt es an Proteinen (Cry4) in Auge des Vogels, welches Rezeptoren für das blaue Licht brauchen. Also her mit dem Protein. Und ab damit ins Auge. Hoffentlich “geht das nicht ins Auge”!

Ist die Wilde Karde wild?

Die Wilde Karde – ein abenteuerlicher Name für eine spannende Pflanze. Ihr griechischer Name “Dipsacus“ leitet sich von “Durst“ ab. Warum? In den Blattachseln sammelt sich nach Regen das Wasser. Das können nun Vögel oder Wanderer trinken. Aus Achseln trinken? Und – ih, manchmal sind in dem “Achselwasser“ gar Fliegenlarven. 
Ein anderer Name der Karde ist Venusbad. Wenn Mädchen sich mit den Wasser waschen würden, würden sie wunderschön. Ein paar wunderhübschen Frauen bin ich schon begegnet. Um die Wirkung des “Venusbades” aus rein wissenschaftlichen Interesse verifizieren zu können, hätte ich mal nachfragen sollen. Vielleicht so: „Waschen oder wuschen Sie sich eigentlich mit Achselwasser?“ Aber ich hab’ mich nie getraut, denn Schönheit macht mich sooo verlegen.

Titelverteidigerin?

Reptil des Jahres 2021 wird: Die Zauneidechse (Lacerta agilis)! Was? Die war das doch schon 2020!!! Stimmt. Aber Corona hat alles durcheinandergebracht.

2020 wollte man Exkursionen, Fachtagung und andere Veranstaltungen zu diesem wunderschönen Tier machen. Pustekuchen! Wegen der coronabedingten Einschränkungen alles ausgefallen. Da war es naheliegend, dass die DGHT (Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde) versucht, 2021 nochmals dem Thema gerecht zu werden.   Auch im Naturschaugarten Lindenmühle beobachten wir jedes Jahr mit Freude Zauneidechsen. Sie lieben unsere Trockenmauern und das reiche Angebot an Insekten

Waldohreulen

So schaut nur jemand, der Nachtschicht hatte. Ich kenne das. Von meinem Spiegelbild. Augen schmal, man plustert sich auf, weil man müde und wärmebedürftig ist. Eben wie diese Waldohreule.


Überrascht ist man schon, so einen Vogel zu sehen. Dass aber auf dem Baum in einem Bretzenheimer Garten gleich fünf dieser imposanten Vögel saßen, das ließ mich den ganzen Tag nicht mehr los. Jetzt zu erklären, dass Eulen nachtaktiv (anders als ich) sind, diese Anmerkung wäre Eulen nach Athen getragen.

So eine Eule wird übrigens bis zu 28 Jahre alt. Wahrscheinlich würde sie noch älter, aber, haha, wenn man sich nachts auch so viel rumtreibt!

Noch was Spannendes: Im Winter finden sich mitunter umfangreiche Schlafgemeinschaften (anders als bei mir) zusammen, man hat bis zu 200 dieser Eulen zusammen tagsüber nächtigen gesehen. Die ausgewählten Schlafbäume werden mitunter gar Jahrzehnte genutzt. Da hab´ ich ja gute Chancen, ein besseres Bild zu machen. Ich sag`s nur, damit Sie darüber im Bilde sind.

Mit Verlaub: wohin mit dem Laub?

“Blätterfall, Blätterfall – bunte Blätter überall”, singen Kinder in diesen Tagen. Der Herbst ist da und breitet einen farbenfrohen Blätter­teppich auf unseren Straßen, Wegen und Grünflächen aus.

Aber nicht überall können und sollen die bunten Blätter liegenblei­ben. Gehwege zum Beispiel müssen davon befreit werden, damit niemand ausrutscht. Um es sich möglichst leicht zu machen, greifen Grünflächenamt und Grundstückbesitzer dafür gern zu motorisierten Laubbläsern beziehungsweise Laubsaugern. Doch damit schaden sie der Umwelt und ihrer eigenen Gesundheit.

Laubsauger sind laut und verschmutzen unsere Luft

Diese Geräte haben oft einen Schallpegel von über 100 Dezibel, das ist ungefähr so laut wie ein Presslufthammer. Dieser Lärm belästigt nicht nur menschliche und tierische Nachbarn, sondern schädigt auch die Gesundheit der Person, die das Gerät benutzt. Laubbläser oder Laubsauger mit Verbrennungsmotor stoßen zudem Abgase wie Kohlenwasserstoffe, Stickoxide und Kohlenmonoxid aus, die unsere Luft verschmutzen.

Laubsauger schaden der Bodenbiologie

Und nicht nur das. Auch die Bodenbiologie wird durch Laubsauger gravierend beeinträchtigt. Die Geräte saugen ja nicht nur die welken Blättern auf. Auch die für den Boden wichtigen Kleintiere wie Spinnen und Insekten geraten in den Sog. Sie werden gehäckselt und getötet. Pflanzensamen werden zerstört. Wenn Blätter und Äste nicht mehr auf dem Boden verrotten, bilden sich weder Humus noch Nährstoffe. Am Boden lebenden Kleintiere wie Würmer, Insekten, Spinnen und Kleinsäuger verlieren so Nahrung und Lebensraum. Und der Boden wird einer Deck-Schicht beraubt, die ihn vor Austrocknung und bei extremer Kälte schützt.

Bis auf Bequemlichkeit bringen Laubbläser und Laubsauger also nur Nachteile mit sich. Der BUND rät daher dringend, zu Rechen und Harke zu greifen. Sie kommen ganz ohne schädliche Abgase aus, machen keinen Lärm und lassen die Natur am Leben. Und ganz nebenbei tut der Mensch auch etwas für seine Gesundheit: Er bewegt sich mehr.

Quelle: BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz)