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Hier geht es um Dickköpfe

Voller Neid betrachte ich das Bild. „Warum? Warum nur ist der Zweibrütige Würfel-Dickkopffalter im NATURTREFF beobachtet worden, und nicht in unserem NATURSCHAUGARTEN?“ frage ich mich und bleibe mir selbst die Antwort schuldig. Attraktiv sind doch beide Mainzer Naturgärten, da sie eine Vielzahl heimischer Pflanzen zeigen. Naja, dafür habe ich schon mehrfach den Rostfarbigen Dickkopffalter in unserem Naturgarten beobachtet. Was soll’s! Es wäre ja dickköpfig, sich wegen Dickkopffalter zu streiten.

Zu gerne hätte ich den ‘Zweibrüten …‘, insbesondere seine Raupen, auch im NaSchau, denn die Raupen fressen zu gerne Fingerkraut. Und Fingerkraut haben wir im Schaugarten so viel, dass es mir vor dem Fingerkraut immer graut!

Der abgebildete Falter wird auch Puzzlefalter genannt. Finde ich schöner wie den Hinweis auf seinen dicken Kopf. Noch schöner fände ich, wenn man sich über Artenvielfalt von Dickkopffaltern und anderen Schmetterlingen ‘keinen Kopf machen müsste‘! Gegen den Artenschwund hilft eben kein ’Kopf hoch!‘, sondern nur: „Wir werden aktiv!“

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Verirrt!

Der Bunten Ligustereule mitten in der Mainzer Fußgängerzone zu begegnen, einer betonstrotzenden Umgebung, das war seltsam. Ein Nachtfalter, der am helllichten Tag irgendwie hilflos herumflatterte! Er wirkte entkräftet, kein Wunder, den weit und breit war kein Liguster und auch keine Wiesen-Flockenblume.

Eine lebensfeindliche Umgebung für einen Schmetterling, der als gefährdet auf der Roten Liste steht.

Er ließ sich nicht einfangen, irgendwie entwischte er mir dann doch.
Ach gäbe es Ligusterhecken statt Mauern, mehr Bäume, mehr Grün in den Städten. Es würde nicht nur den Schmetterlingen gut tun.

Morgenröte-Schmetterling

Der Aurorafalter (Anthocharis cardamines) ist ganz schön bunt für einen Weißling. Der Falter wird bis ca. 45 mm groß.
Aurora, das ist die Göttin der Morgenröte. Der orangefarbene Fleck trug zur Namensgebung bei, ist allerdings nur beim männlichen Falter (r.) zu sehen. Der weibliche Schmetterling (l.) sieht aus wie ein Weißling, ist aber wie das Männchen an der Hinterflügelunterseite (immerhin) grünlich marmoriert.

Das Weibchen blieb seelenruhig auf meiner Silberblattpflanze sitzen und ließ sich bewundern. Vielleicht war es auch mit der Eiablage beschäftigt. Erkennbar war da nichts, aber ich schau in drei Tagen nach, dann müsste das (mögliche) weißliche Ei orangefarben werden. Da Ostern sich nähert, würde ich mich über einen Fund mehr freuen als auf kalorienreiche Ostereier. Drücken Sie mir die Daumen.

Flagge zeigen

Gerne wäre ich mal auf Rhodos im „Tal der Schmetterlinge“. Millionen der Art „Spanische Flagge“ (Schmetterling des Jahres 2025) würde man dort sehen. Aber schon Ephraim Kishon schrieb 1965, dass er dort keine vorfand. Da war er vielleicht zur falschen Zeit. Durch die Klimaerwärmung ist der Falter inzwischen bei uns öfter zu sehen.

Nett ist es, dass dieser Nachtfalter auch tagsüber aktiv ist. Er holt sich gerne Nektar vom Wasserdost. Dort kann man ihn gut beobachten, außer in der größten Mittagshitze, da ist er lieber im Schatten. Und dort ist er, bei verdeckten Hinterflügeln, kaum zu erkennen, da die schwarzweiße Musterung wie Schatten von Zweigen wirkt.

Die Färbung der Hinterflügel beflügelte die Phantasie der Namensgeber (Spanische Flagge). Und da die Raupe so haarig wirkt, nennt man den Falter auch „Russischer Bär“. Ich  favorisiere den ersten Namen.

Nachwort: Durch den Klimawandel gehen viel Arten zurück.  Lediglich ca.  1/3  der Tag- und die 1/2 der Nachtfalterarten sind in der BRD noch nicht gefährdet. 

Auch eine „Eule“!

Da passt der Name ganz gut: Achateule. Der Nachtfalter erinnert durch seine Zeichnung an bunte, streifenförmigen Ablagerungen von Achaten. 
 
Der Wanderfalter hat als Raupe im Kokon bei uns überwintert, im Frühsommer kommen aber noch weitere Falter über die Alpen zu uns. Deren Nachwuchs, die Raupen, kommen gut zurecht, da sie alles mögliche fressen. Als Schädling treten die aber nirgends überaus häufig auf. 
 
Die zweite Generation fliegt oft wieder in den Süden, über die Alpen nach wer weiß wo. Für die gibt es ja kein Nachtflugverbot. Das weiß auch die Bulldoggfledermaus zu schätzen, denn die jagt in den südlichen Alpen und hat den Falter zum Fressen gern.
 
Elke K. hat diesen Schmetterling in ihren Garten entdeckt und fotografiert. Danke!