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Im NaSchau wird gezaubert

Es mag schneien oder schauern, Trockenmauern überdauern, dank den richtigen Erbauern, ich kann`s nicht netter sagen, in allen Wetterlagen. 

Man weiß es eben kaum, sie sind oft Lebensraum für Eidechsen und Insekten, die sich gerne drin versteckten, was wir ja auch bezweckten. Wildbiene und auch Hummeln sich darin gern tummeln, zu seh’n beim Vorbeibummeln.

Auch für Pflanzen ist’s nicht ohne, kronen auf der Mauerkrone, oder lugen aus den Fugen und blitzen aus den Ritzen zur Freude und auf Dauer für Gäste und Erbauer. 

Ja, was ist das denn?

Richtig! Birkenporlinge.

Warum Ötzi mehrere Stücke des Birkenporlings dabei hatte, weiß man nicht genau. Aber man geht davon aus, dass man durchaus schon vor 5300 Jahren um die antibakterielle Heilkraft des Pilzes wusste. Forscher vermuten, dass „der Mann aus dem Eis” sich davon Tee gegen Darm-parasiten machte. Der Arme! Aber gut, dass er sich zu helfen wusste. 


Die Liste der möglichen Heilwirkungen des Pilzes ist ellenlange. Nur der Birke hilft er nicht, denn er zersetzt deren Holz.

 
Ötzi hätte vielleicht den Pilz verwenden können, als ihn ein Pfeil in den Rücken traf. Aber vermutlich blutete das stark. Und wenn er eine Scheibe des Pilzes als Wundauflage genommen hätte, wie hätte er die auf dem Rücken angebracht? Das hat ja irgendwie nicht geklappt. Da hatte es ihn wohl “eiskalt” erwischt. 

Im NaSchau wird gezaubert

Immer mal wieder wurde in den letzten Tagen der Naturschaugarten in eine Winterlandschaft verzaubert. Manchmal könnte ich mir vorstellen, dass alles mit Zuckerguss überzogen ist. Vermutlich kommt das daher, dass ich gerne an Essen denke. Na ja, Sie werden mir zumindest zustimmen, dass das zauberhaft aussieht. Aber manchmal ist der Zauber auch schnell wieder verschwunden. Deswegen sobald Schnee liegt: Rein in die Klamotten und raus. Den Fotoapparat mitnehmen, im Naturschaugarten schöne Wintermotive fotografieren, frische Luft schnappen, nach Tierspuren Ausschau halten, sich gut fühlen, wenn Schneeflocken auf der Nase kitzeln und das wertschätzen, was der Moment gerade bietet.

Die Bilder sind von Irmgard Kraemer, wie auch viel andere Bilder auf dieser Netzseite. Herzlichen Dank! Unser Arbeitskreis freut sich über jedes per Mail zugeschickte Foto.

Ja was ist denn das?

Vor einem Schloss in Hessen hatten sie sich versammelt, seltsame Gestalten mit glockenförmigen Hüten. Mysteriös. In einer solchen Anzahl waren sie mir noch nie aufgefallen. Auffallend.

 
Es waren Schopf-Tintlinge – köstliche Speisepilze, wenn man sie jung isst. Also, um richtig zu stellen: Nicht der Esser muss jung sein! 

Aber man lernt auch schnell etwas zu diesen Pilzen dazu: Alte Pilze zerfließen zu einer tintenähnlichen Flüssigkeit. Spannend bis unheimlich. Aber das ist so ihre Art, die Sporen zu verbreiten. 


Der Pilz kann übrigens Fadenwürmer killen. Er lähmt sie und verdaut sie dann. Mahlzeit! 

Diesen Pilz haben wir (noch) nicht im Schaugarten entdeckt. Aber, wer weiß. Vielleicht lässt er sich mal blicken. Naja, es gibt auch sonst viel zu entdecken, im NaSchau. Na, schauen Sie mal selbst!

Ja, was ist denn das?

Ist er das, der Knoblauch- Schwindling (der vordere)? Ich bin mir nicht sicher.

Wenn ja, dann würde beim Anblick bestimmt das Herz eines Franzosen beim Pilzesuchen höher schlagen. Und das nicht als vorgezogenes Zeichen einer Vergiftung. Er würde so etwas wie “Mon petit Mousseron!“ flüstern, sich an den nach Knoblauch riechenden Ausdünstungen erfreuen und ihn stolz nach Hause tragen. Er ist, wenn man ihn isst, ein hervorragender Würzpilz. Selbst getrocknet “duftet er weiter. Aber, tatatata, der Gourmet duftet nach dem Genuss nicht nach Knobi oder diesem Pilz. Das macht ihn verträglicher, den Gourmet. Der Pilz soll übrigens teurer sein wie Trüffel. “Quelle Joie!” und “Bon Appétit! ” 

Na, ich will den Naturschaugarten nicht mit “falschen Federn” schmücken, den Pilz gibt es dort nicht. Er mag Buchenwälder. Aber spannend finde ich ihn. So spannend, wie all die vielen kleinen Wunder im Schaugarten.