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Die Weide – eine Augenweide

Weiden (Salix) sind ein Teil der heimischen Pflanzenwelt, der viel mehr Beachtung verdient. „Sie werden große Bäume und wachsen am Wasser“ – so denken viele. Dabei hat diese Gattung viel mehr zu bieten. Es gibt unter den zahllosen heimischen Arten auch solche, die als nicht zu große Sträucher wachsen und die auch Trockenheit vertragen.

Die Rinde der Weide enthält den medizinischen Wirkstoff Salicylsäure, der Fieber senkt, Schmerzen lindert und Entzündungen hemmt (industrielle Nutzung durch z.B. Aspirin).

Die Weide war im Volksglauben der Baum der Hexen und Geister und hatte den Ruf, Unfruchtbarkeit und Impotenz zu bewirken. Sie wurde deshalb immer mit Kummer und verlorener Liebe verbunden. Weidenholz zu verbrennen würde Unglück bringen! „Zauberstäbe“ und Wünschelruten waren einst u. a. aus Weidenzweigen.

Die Weide war Demeter geweiht, der Göttin der Fruchtbarkeit der Erde und galt als heilender Baum, der die Fähigkeit besaß, Unheil und Krankheit durch einen Zauberspruch auf sich zu nehmen. Man stellte sich in die hohlen Weidenstämme und „verbannte“ seine Krankheit (vor allem Fieber, Gicht) mit Gebeten.

Weiden in Klostergärten gepflanzt sollte Linderung der Lust und der Unkeuschheit bewirken.

Aber auch ohne diese Geschichten sind Weiden einfach schön und überaus nützlich. Sie gehören in jeden Naturgarten. Ihr Blattschmuck wertet jede Hecke auf, und ihre meist sehr frühen Blütenkätzchen bringen Duft und zarte Farben in den Garten. Und noch etwas: Kaum eine heimische Gehölzgattung ist für unsere Kerbtiere wie Wildbienen und Hummeln so wichtig wie die Weiden!

In den Versickerungsflächen, die an die Naturnahe Schauanlage angrenzen, wurden und werden vom Arbeitskreis Naturnahes Grün der Lokalen Agenda 21 auch Weiden angepflanzt. Und vielleicht sind sie schon bald eine „Augenweide“!