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Im NaSchau wird gezaubert

Es mag schneien oder schauern, Trockenmauern überdauern, dank den richtigen Erbauern, ich kann`s nicht netter sagen, in allen Wetterlagen. 

Man weiß es eben kaum, sie sind oft Lebensraum für Eidechsen und Insekten, die sich gerne drin versteckten, was wir ja auch bezweckten. Wildbiene und auch Hummeln sich darin gern tummeln, zu seh’n beim Vorbeibummeln.

Auch für Pflanzen ist’s nicht ohne, kronen auf der Mauerkrone, oder lugen aus den Fugen und blitzen aus den Ritzen zur Freude und auf Dauer für Gäste und Erbauer. 

Titelverteidigerin?

Reptil des Jahres 2021 wird: Die Zauneidechse (Lacerta agilis)! Was? Die war das doch schon 2020!!! Stimmt. Aber Corona hat alles durcheinandergebracht.

2020 wollte man Exkursionen, Fachtagung und andere Veranstaltungen zu diesem wunderschönen Tier machen. Pustekuchen! Wegen der coronabedingten Einschränkungen alles ausgefallen. Da war es naheliegend, dass die DGHT (Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde) versucht, 2021 nochmals dem Thema gerecht zu werden.   Auch im Naturschaugarten Lindenmühle beobachten wir jedes Jahr mit Freude Zauneidechsen. Sie lieben unsere Trockenmauern und das reiche Angebot an Insekten

Wer wartet am Weg?

Was für ein tolles Blau! Die Wegwarte hat für viele Mythen gesorgt. Seltene weißen Blüten sollen verwunschene gute, die blauen schlechte Menschen gewesen sein.

Zauberkraft soll sie haben: Sie mache unverwundbar, helfe gegen Blitzeinschlag, man könne mit ihr Menschen für sich gewinnen. Sapperlot! So viele Geschichten um eine Pflanze, die man kaum beachtet.

Abenteuerlich lesen sich die Heilwirkungen. Sie soll gegen fast alles helfen: Ekzeme, bei Leber-, Galle-, Milz-, Nieren-, Magen-, Haut-Erkrankungen, Rotlauf, Fieber, Gelbsucht, Gicht und wer weiß was noch. Uiuiui!

Wenn Kaffee knapp war, diente sie als Kaffeeersatz. Wurzel rösten, mahlen, fertig war das Kaffeepulver für den „Blümchen-Kaffee“ oder „Muckefuck“! Trotz aller Verwendungsmöglichkeiten kann man die Wegwarte aber auch einfach stehen (und warten) lassen.

Was fliegt denn da?

Dieser Großer Wollschweber ist schon früh im Jahr unterwegs. Im kolibriartigen Schwirrflug ist er schwer zu fotografieren. Hier hat es mir einmal geklappt. War er so lahm oder ich so schnell?

Bombylius major ernährt sich von Nektar, auf dem Bild nascht er gerade vom Scharbockskraut. Scharbock leitet sich von Skorbut ab, da man wg. Vitaminmangel früher die Blätter genutzt hat. 

Raffiniert, wie sich der Wollschweber fortpflanzt: Nach der Paarung legt “Frau Bombylius” die Eier vor die Nester der künftigen Wirte (Grabwespen oder Solitärbienen. Die geschlüpften Larven dringen in die Nester ein, fressen dort die Vorräte und später sogar die Larven. Grausame Welt. Dann verpuppen sie sich und Bombylius schlüpft ab März. Dafür, dass das Bild von 23.3. stammt, erscheint er mir schon ziemlich erwachsen. Und so wie er abschwirrte, hatte er auch schon genug Flugstunden.

Wollschweber in Nahaufnahme
Dies ist der Gefleckter Wollschweber (Bombylius discolor)

Warum heißt eigentlich …

der Blutweiderich Blutweiderich?

Hat der was mit Blut zu tun? Nun: Carl von Linné, schwedischer Naturforscher, *1707, erinnerte die Blütenfarbe an das Blut der Purpurschnecke (griech. = lythron). „Blut-” bezieht sich also auf die bläulich purpurrote Farbe der Blüten. Und Weiderich? Da vermute die Weide ich! Richtich! „Weiderich” leitet sich von Weiden ab, deren Laubblätter ähnlich aussehen (salicaria  von lat. salix, salicis = Weide).

Eine wunderschöne Pflanze, heimisch, ausdauernd! Sie hat viel Nektar für Bienen, Schmetterlinge und Schwebfliegen. Und ist Futterpflanze für die Raupen der Nachtpfauenaugen. Blütenbesucher sind vor allem Schwebfliegen, aber auch Bienen und Schmetterlinge. Blutweiderich ist ein besonders guter Nektarspender. Auch ist er eine wichtige Futterpflanze für die Raupen aus der Nachtpfauenaugen. Der Blutweiderich mag es feucht und wächst natürlich auch bei uns am Teich.

Früher, ja früher, da wurde die Pflanze noch für vielerlei genutzt, wenn es auch auch immer nicht genutzt hat: zur Behandlung von Hauterkrankheiten, gegen Ruhr und andere Durchfallerkankungen, und und und. Spannend: die Gerbstoffe nutzte man gar zum Gerben von Leder.

Meine Bewertung: 6 von 5 Punkten 🙂