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Klein und wunderlich

Nie und nimmer hätte ich dieses kleine Wesen entdeckt, wenn es sich nicht bewegt hätte. Weil ich Teile meiner verkahlten Hechtrose schnitt, wurden wir aufeinander aufmerksam. Erst durch das Makro meiner Kamera sah ich die erstaunlichen Details dieser Nymphe der Echten Käferzikade, die ca. 4 mm groß war. Sie kommt zwar häufig vor, aber ist eben wenig auffällig. Ich dagegen war wohl unübersehbar, denn sie versteckte sich ständig vor mir. In Gegensatz zu ihr bin ich auch deutlich weniger sprunghaft. Nur eins haben wir gemein: Wir sind beide wenig wählerisch bei der Nahrungsaufnahme (polyphag). Wobei sie allerdings nur Pflanzensäfte mag, aber dann von vielen Gehölzarten. Was das betrifft, bin ich eher Süßholzraspler.

Im Schaugarten ist sie mir noch nicht aufgefallen, aber sie ist sicher auch da Zuhause.

Unheimlich

Schlupfwespen sind artenreich und schwer zu bestimmen. Vermutlich ist das eine Holzwespen-Schlupfwespe. Das Weibchen ist ca. 35 mm lang. Das längste an ihr ist wohl der Legebohrer. Nachdem das Insekt durch Geruch von mit Holzwespen befallenen Bäume gefunden hat, bohrt es durch das Holz bis zur Wirtslarve, lähmt mit einem Gift dauerhaft die Larve, legt dann ein Ei darauf. Die geschlüpfte Parasitenlarve verankert sich mit sichelartigem Mundwerkzeug und ernährt sich vom Körpersekret der Wirtslarve. Nach 5 Wochen spinnt sie sich ein, überwintert und schlüpft im Frühjahr. Und macht wieder abenteuerliche Schädlingsbekämpfung!

Ein Rätsel

Manches Geheimnis erschließt sich mir erst spät. Das Bild stammt von 2016. Erst Jahre danach verstehe ich, was das war: die Nester des Eichen-Zangenbocks. In geschädigten oder gefällten Eichen hatten sich unter der Rinde dessen Larven kurz vor der Verpuppung aus grob genagten Spänen eine „Puppenwiege“, so nennt sich das, gebaut und sich dort zu fertigen Käfern verpuppt. Und dann das erste Mal Tageslicht gesehen. Danach aber ist das Leben der Käfer nur kurz: noch etwas Blüten und Pollen verzehren, fortpflanzen, Eier in Holzritzen ablegen und sterben. Wenn ich das nächste Mal so etwas entdecke, weiß ich um das ganze Glück und Drama des Zangenbocks.

Gedicht für eine Raupe

Raupen glauben solche Dinge: Die Zukunft als Schmetterlinge gelinge, auch wenn man schwere quere Wege quere. Das ist sooo naiv, geht auch meistens schief, aber trotzdem glauben das auf jeden Falle irgendwie fast alle. 
 
Ich glaube, auch diese Raupe vom Nachtpfauenauge, dem Kleinen, schien dies zu meinen. Ich fand’s zum Weinen und sagte ihr, dass ich das anderes sehe und trug sie fort zur nächsten Schlehe, die ihre Lieblingsspeise ist und warnte:  „Auf dass Du’s niemals vergisst, das Straßen nur was für Autos und Raupenfahrzeuge ist!“

Kamasutra?

Das tierische Kamasutra zeigt hier eine abenteuerliche Nummer: das Paarungsrad. Ratlos stehen wir davor. Was hat sich die Natur da wieder einfallen lassen? War das einfältig oder genial? Die sich liebenden Libellen machen dazu, wie herzig, eine Herzform. Auf jeden Fall funktioniert diese Art der Fortpflanzung, auch wenn ich schon Einfacheres erlebt habe. 
 
Die Große Heidelibelle ist wunderschön und Gott sei Dank (noch) nicht gefährdet. Das Männchen wird, wenn es altert, rot. Abenteuerlich ist auch der Tandemflug des Paares, direkt nach der Paarung, wenn die Eier abgelegt werden. Abgelegt ist untertrieben. Abgeworfen werden sie! Nee nee, macht man sowas?