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Griechische Tragödie?

Das müsste die Schlupfwespengattung Perithous sein. Der Name soll sich von dem griechischen König Peirithoos ableiten, der böse Kentauren besiegte. Er war aber selbst kein Guter. Nur soviel: Er versuchte Helena zu entführen, später auch gar Persephone aus der Unterwelt, was aber etwas schief ging und er dabei seine Hinterbacken verlor! So sagen es die sagenhaft Mythen. Ehrlich!

Ich bin ratlos, was das mit dem Insekt zu tun haben soll. Haben Sie eine Idee?

Die abgebildete weibliche Schlupfwespe sieht abenteuerlich und bedrohlich aus. Aber sie tut keiner Fliege was zuleide😉. Wohl aber Larven von Grab-, Gold- und Faltenwespen und kleinen Wildbienenarten! Mit dem langen Legestachel legt die Schlupfwespe gezielt ein Ei in die Wirtslarve, oft durch Holz und Pflanzenmaterial hindurch, mitunter auch mit einem lähmenden Gift für das Opfer, damit das ohne Gegenwehr von innen aufgefressen werden kann.

Oh grausame Welt! Wäre das nicht auch Stoff für klassische griechische Tragödien gewesen?

Different but same!

Vier verschiedene Wanzen? Weit gefehlt! Das ist alles die GLEICHE Wanze, allerdings in unterschiedlichen Entwicklungsstufen. Das ist wirklich erstaunlich!

Na ja, vielleicht auch nicht, denn wenn ich Bilder von mir über Jahrzehnte hinweg anschaue, dann muss ich mir eingestehen: Ja, doch! Ich kenne Metamorphose! Erwarten Sie aber jetzt keine Bilder von mir!

Apropos Bilder: Drei der Bilder stammen nicht von mir. Ich habe die Bilder nur im Format geändert. Hier die Fotografen: Oben rechts (jüngeres Nymphenstadium) von Hectonichus („Lizenz CC BY-SA 3.0.“), unten rechts (5. Entwicklungsstadium) ebenfalls Hectonichus (Lizenz CC BY-SA 3.0.), unten links (ebenfalls 5. Entwicklungs-stadium) von Slimguy (Lizenz CC BY 4.0).

Oben links ein Foto von mir. Sorry, das ist irreführend! Also ich habe die fertig entwickelte „Nördliche Fruchtwanze“ fotografiert. Bin ich schon stolz drauf, den Käfer nach mehrmaligem Kleidungswechsel erwischt zu haben!

Erwischt!

Eigentlich sehen die zwei Gepunkteten Hornfliegen schön aus. Besonders schön: Das Fleckenmuster der Flügel und die roten Augen. Das tolle Foto, gemacht von Jack Simon, zeigt aber auch schön eine unschöne Eigenschaft von Fliegen. Sie haben häufig einen Verdauungstropfen am Mund. Vielleicht etwas unpassend bei einer Kopulation?
Auch unschön ist, was nach der Begattung passiert: Das Weibchen legt Eier auf Schnecken, die geschlüpften Larven leben dann als Parasiten in den Schnecken bis zu deren Tod und darüber hinaus, bis sie sich verpuppen.
Aber nochmal: Zumindest die geschlüpften Hornfliegen dieser Art finde ich schön. Sie ernähren sich von Pollen und tragen zur Bestäubung bei. Ist doch schön!

Ohne Depression?

Warum ich glaube, dass der Johanniskraut-Blattkäfer immer gut drauf ist? Weil er Johanniskraut isst! Man ist, was man isst! Mehrere Substanzen in der Pflanze wirken stimmungsaufhellend und können Menschen mit Depressionen helfen. Allerdings gibt es auch Nebenwirkungen. Eine davon ist die Lichtempfindlichkeit der Haut, die bis zur Blasenbildung führen kann.

Meine These: Der Käfer hat eine so genial farbige und reflektierende Oberfläche, sodass ihm das nicht passiert. Die Käfer gibt es übrigens metallisch glänzend in blau, grün, bronzefarben, violett und schwarz.

Sollte sich meine zugegeben unwissenschaftliche Vermutung bestätigen, dann könnten sich auch Menschen nach Einnahme von Johanniskraut vor phototoxischen Reaktionen schützen, indem alle metallisch glänzende Farbumhänge tragen würden. Diese neue Farbigkeit würde allein schon für bessere Stimmung sorgen. Hypothetisch betrachtet!
Dank an Jack Simon für das phantastische Foto!

Stolpert immer!

Beinahe wäre ich über den Stolperkäfer gestolpert. Der Stolperkäfer sei ein Schnellkäfer. Naja, wenn man „hudelt“, dann kann man auch mal stolpern. Ich hätte gerne seine ungeschickte Fortbewegung beobachtet, aber der Käfer war gerade am Nektarnaschen. Beim Essen stört man nicht!
Ich finde das nicht in Ordnung, den Käfer wegen dieser Eigenschaft so zu benennen. Dann müsste man mich ja auch „Der, der gern mal Namen vergisst“ nennen 😉
Der Stolperkäfer (Valgus hemipterus) ist häufiger in Feuchtgebieten anzutreffen, wenn dort die Umweltbedingungen stimmen. Die Larven mögen verrottetes Holz.
Wie häufig er also vorkommt, hängt davon ab, ob es genügend passende Lebensräume gibt. Intensive Landwirtschaft bieten ihm und den meisten Insekten das nicht. Drum: mehr Bio-Landwirtschaft. Auf solchen Flächen gibt es bis zu 23 % mehr blütenbesuchende Insekten! Eine wertvolle Maßnahme gegen das Artensterben.