Arbeitskreis Naturnahes Grün
Mitglied in der Lokalen AGENDA Mainz

- Naturschaugarten Lindenmühle in Mainz
- Ein Artenschutzprojekt
- von Bürgern für Bürger

Ich habe allen Respekt vor Pilzsachverständigen, auch wenn ich sie kaum verstehe, denn sie haben meist eine eigene Sprache. Sie sagen z.B.: Helmlinge sind eine Pilzgattung aus der Familie der Helmlingsverwandten. Aha! Hmm – na gut.
Manchmal hat man auch Spaß mit Mykologen, z.B. wenn sie zeigen, dass Gelborangemilchende Helmlinge herrlich gelborange milchen. Und dass man sich mit angebrochenen Stielen von diesem Pilz die Fingernägel farbig „lackieren“ könne. Gelborangefarben! Es gibt auch Helmlinge, die milchigweiß oder wässrig oder rot milchen. Ob man damit auch Nägel „lackieren“ kann, vergaß ich zu fragen.
Ich finde diesen kleinen ungenießbaren Pilz wunderschön und wunderlich. Und Sie finden ihn unter Rotbuchen und bei Wikipedia.
Eine wunderlich Raupe! Das Bild hat mir jemand geschickt. Ich hätte die Raupe gerne persönlich kennengelernt. Aber wenigstens schreibe ich was zu ihr. Sie sieht irgendwie, ich sag mal, wie gestrickt aus. Schönes Muster! Aber ist natürlich Natur!
Der Kiefernschwärmer ist ein häufiger Nachtfalter. Tagsüber sitzt er dank seiner Tarnung unbemerkt an älteren Kieferstämmen. Die Raupe des Schmetterlings wirkt sehr auffällig, man findet sie aber gerade durch diese Färbung zwischen den Kiefernadeln nicht, lediglich durch deutliche Fraßspuren verrät sie sich. Also wenn Sie sie suchen, dann mal hoch in die Wipfel!
Oder Sie haben das Glück und finden die Raupe auf dem Weg zur Verpuppung am Boden. Dort überwintert sie dann manchmal gar zwei Winter unter Moos oder abgefallenen Nadeln.
Das dunkler werdende Analhorn dieser Raupe auf dem Bild zeigt, dass sie sich bald verpuppt. Sie hat bereits schon einige Häutungen hinter sich. Und offensichtlich wurde sie auch nicht Opfer ihrer zahlreichen Feinde wie Raupenfliegen, Schlupf- oder Erzwespen! Aber selbst als Puppe ist sie noch gefährdet, z.B. durch einen Pilz, die in ihr wachsen kann. Der Pilz ist nicht nur gefährlich für die Puppe, er heißt auch martialisch: Puppenkernkeule!
Das Interesse an Insekten ist meist groß. Aber interessieren sich Insekten auch für uns Menschen? Bestimmt! Um das glaubhaft zu untermauern erzähle ich mal, was einem Freund und seiner Lebensgefährtin passiert ist: Sie fanden den Graubindigen Augenfleckbock in ihrem Schlafgemach, die Fenster dieses Zimmers im 1. Stock haben Fliegengitter. Wie kam der trotzdem dahin und warum? Das wird sich leider wohl nie abschließend klären lassen. Ein Fall für „Akte X“!
Sie trugen ihn in den Garten, fotografierten ihn und schickten mir das Bild. Ich darf es verwenden, allerdings ohne ihrer Namen zu nennen. Denn wenn bekannt wird, wo dieser seltene und streng geschützte Käfer gefunden wurde, dann wird das Schlafzimmer vermutlich zum Naturschutzgebiet mit Betretungsverbot! Wegen eines Bockkäfer! Wer hat darauf Bock?!
Das war ein Abenteuer:
Der Film „Abenteuer Lerchenberg“ lief als Open-Air-Film im Schaugarten am 4. Oktober 2024. Der Filmemacher Andreas Ewels drehte ihn von 2010 bis 2012 zum Großteil auf dem ZDF-Gelände in Mainz-Lerchenberg. Mit ihm arbeiteten noch rund 40 Personen an dem Projekt.
Herausgekommen war dabei ein mehrfach preisgekrönter Film, der die Artenvielfalt vor unserer Haustüre zeigt. Ungewöhnliche Aufnahmen wurden im Erzählstil präsentiert.

Der Film passte ausgezeichnet auch zu unserem Schaugarten. Und natürlich zu allen Naturgärten und naturnahen Flächen, die Artenvielfalt fördern.
Dank an Tommy Schneider für das Foto einer Larve des Schneckenhauskäfers! Schon seltsam, dass ich selten seltene und seltsame Insekten entdecke. Zeit für eine neue Brille?
Wobei es zwar weltweit 90 Arten gibt, in Mitteleuropa aber nur 2 Arten. Und außerdem sind letztere klein (2,4 bis 10,8 mm). Die Weibchen sind größer (13 bis 35 mm), aber sehen so gar nicht nach Käfer aus, eher wie pummelige Larven. Wobei die Larven wiederum eher wie Raupen aussehen (s. Bild). Die Larven ernähren sich von Schnecken, die oft ein Vielfaches größer sind. Die vertilgten Schnecken stellen dann unfreiwillig ihre Häuser zur Verfügung, worin die Larven sich zuerst in eine Scheinpuppen, dann in Puppen und dann in Käfer verwandeln. Wobei die Scheinpuppen zwei- bis dreimal überwintern und ansonsten wie die Larven jagen. Das klingt nach Gefräßigkeit, wobei die ausgewachsenen Käfer gar nichts mehr essen.
So! Das waren viele „wobeis“, wobei ich das Wort wobei normal selten benutze! 😊