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Gefährlich?

Das Weibchen der Schlupfwespe ist eindrucksvoll, denn ihr Legestachel ist oft so lang wie ihr Körper. Sieht zwar gefährlich aus, ist es aber nicht. Allerdings fatal und letztlich letal für viele Wirtslarven. Und wie wird man Wirt? Schlupfwespen haben eine „gute Nase“ dafür, ihren unfreiwilligen Wirt, also die Wirtslarve, zu finden. Manchmal schicken auch von Raupen befallene Pflanzen chemische Stoffe aus, die der Schlupfwespe als „Wegweiser“ dienen. Hat sie ein Opfer gefunden, wird das mit einen Stich gelähmt und es wird ein Ei in den Wirt gelegt. Wenn die Larve dann schlüpft, frisst sie den Wirt von innen heraus auf. So, jetzt wisst Ihr, wie man Wirt wird und was aus dem Wirt dann wird!

Bock auf Bockkäfer?

Auf manche Bockkäfer hat man keinen Bock. So kann der Rothalsbock Schäden an Holzhäusern anrichten. Die Larven befallen allerdings nur totes feuchtes Nadelholz, das Bodenkontakt hat. Der Rothalsbock ist auch immer ein Indikator für eine Pilzschaden.
 
Gemeiner ist da der Gemeine Holzbock, aber der ist nicht gemeint. Diese Art geht gar an trockenes verbautes Holz!
 
Auf dem Bild zu sehen ist ein Männchen des Rothalsbocks. Bei Weibchen sind Flügeldecken und Hals rotbraun. Aha! Darum! Die Käfer sind tagaktiv und ernähren sich von Pollen und Blütenteilen, wenn sie sich Blüten teilen. Und das gerne in Waldnähe.

Biene oder Wespe?

Ist das nun eine Wespe oder eine Biene? Ach, eine Wespenbiene? Da soll sich einer auskennen!
 
Die Wildbiene könnte vielleicht die Nomada panzeri sein, eine Kuckucksbiene, die ihre Eier in fremde Nester legt. Oft lassen sich diese Brutschmarotzer am besten damit bestimmen, wenn man beobachtet, bei welchen Wildbienen sie das versuchen, denn da sind sie nicht frei in ihrer Wahl. Werden sie beim Schmarotzen erwischt, verhält sich die Nestbesitzerin gelassen. Vermutlich wird sie durch Geruchsstoffe getäuscht. Man sollte die Eindringlinge Miet-Nomada panzeri nennen!
 
Danke, lieber Jack Simon für das Bild!

Obskures Insekt

Ophion obscuratus ist mir obskur. Wie kann man denn so eine schmale Taille haben! Und das ohne Korsett! Kommt sicher davon, weil sie sich nur von Nektar ernährt. Und dann dieser Schlafzimmerblick! Dadurch, dass die schwarzen Augen hinten weiß eingerahmt sind, wirkt das einfach krass. Naja, sie ist halt nachtaktiv, die Schlupfwespe. Da schaut man eben anders aus der Wäsche.
 
Sie ist auch sonst obskur, denn sie legt in bestimmte Raupenarten jeweils ein Ei, die Larve schlüpft und wächst im „Wirt“ heran, bis der irgendwann schlapp macht. Das hat mich und gar schon Aristoteles so sehr beschäftigt, sodass wir beide über das Unbeschreibliche schrieben. Er war allerdings früher dran.

Gartenhummel?

Ist das eine Gartenhummel, am ehesten gar  eine Königin? Mir scheint das so. Dieser lange Rüssel lässt das vermuten. Er wird bis zu 21 mm lang (bei der Honigbiene ist der nur 6 mm lang). Jack Simon hat das wunderbar fotografiert. Vielen Dank für das Bild! Die Aufnahme ist aus dem Frühjahr.
 
Bombus hortorum braucht viel Nahrung. Um den Tagesbedarf zu decken, muss sie ca. 400 Blüten besuchen. Und dank des langen Rüssels kommt die Hummel z. B. gut an den Nektar von Lippenblütlern.
 
Die Königin hat, wenn das Volk ausgewachsen ist, bis 100 Arbeiterinnen. Wie viel Drohnen (Männchen) es dabei gibt, habe ich nicht heraus gefunden. Sie spielen aber eher eine untergeordnete Rolle. Ja, das Leben kann hart und ungerecht sein!