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Ein Rätsel

Manches Geheimnis erschließt sich mir erst spät. Das Bild stammt von 2016. Erst Jahre danach verstehe ich, was das war: die Nester des Eichen-Zangenbocks. In geschädigten oder gefällten Eichen hatten sich unter der Rinde dessen Larven kurz vor der Verpuppung aus grob genagten Spänen eine „Puppenwiege“, so nennt sich das, gebaut und sich dort zu fertigen Käfern verpuppt. Und dann das erste Mal Tageslicht gesehen. Danach aber ist das Leben der Käfer nur kurz: noch etwas Blüten und Pollen verzehren, fortpflanzen, Eier in Holzritzen ablegen und sterben. Wenn ich das nächste Mal so etwas entdecke, weiß ich um das ganze Glück und Drama des Zangenbocks.

Gedicht für eine Raupe

Raupen glauben solche Dinge: Die Zukunft als Schmetterlinge gelinge, auch wenn man schwere quere Wege quere. Das ist sooo naiv, geht auch meistens schief, aber trotzdem glauben das auf jeden Falle irgendwie fast alle. 
 
Ich glaube, auch diese Raupe vom Nachtpfauenauge, dem Kleinen, schien dies zu meinen. Ich fand’s zum Weinen und sagte ihr, dass ich das anderes sehe und trug sie fort zur nächsten Schlehe, die ihre Lieblingsspeise ist und warnte:  „Auf dass Du’s niemals vergisst, das Straßen nur was für Autos und Raupenfahrzeuge ist!“

Kamasutra?

Das tierische Kamasutra zeigt hier eine abenteuerliche Nummer: das Paarungsrad. Ratlos stehen wir davor. Was hat sich die Natur da wieder einfallen lassen? War das einfältig oder genial? Die sich liebenden Libellen machen dazu, wie herzig, eine Herzform. Auf jeden Fall funktioniert diese Art der Fortpflanzung, auch wenn ich schon Einfacheres erlebt habe. 
 
Die Große Heidelibelle ist wunderschön und Gott sei Dank (noch) nicht gefährdet. Das Männchen wird, wenn es altert, rot. Abenteuerlich ist auch der Tandemflug des Paares, direkt nach der Paarung, wenn die Eier abgelegt werden. Abgelegt ist untertrieben. Abgeworfen werden sie! Nee nee, macht man sowas? 

Keinen Bock?

Wenn Sie jetzt keinen Bock auf Infos zum Bockkäfer haben, brauchen Sie nicht weiter zu lesen. Aber wenn Sie das doch interessiert, würden Sie erfahren, dass diese Art eine der größten sowie ökologisch und wirtschaftlich wichtigsten Käfergruppe der Welt ist (lt. Wikip.). Auch würden Sie lesen, dass deren  Fühler oft länger sind als der Körper. Stolz trägt der Bockkäfer meist seine gebogenen Fühler nach hinten, hinten ist ja auch nicht so hinderlich. 
 
Der Braunrötliche Spitzdeckenbock ist ein schöner einer. Er mag es warm und ist sehr selten. Er (nee, sie) legt die Eier in Ritzen abgestorbene Bäume, die Larven schaden somit nicht. Der ausgewachsene Käfer ist (fast ausschließlich) Vegetarier. 
Ha! Jetzt haben Sie doch weiter gelesen!

modisches Insekt

Streifen machen schlank. Darüber werden sich Streifenwanzen kaum Gedanken machen. Ich aber habe mir Gedanken über diese Insekten gemacht. Und das gar in Gedichtsform:
 
Man sollte sich nicht darauf versteifen, dass die reifen Streifenwanzen uns auf der Nase tanzen, denn im Großen und Ganzen sind sie bloß harmlos, saugen kurz am Engelwurz, mit ihrer Rüsselröhre an der Möhre, wie eine Schnake an der Pastinake, und als Abendbrot machen sie ohne Not kleinste Insekten tot. 
 
Betrachten wir mal hier das Muttertier: Das ist sehr bedacht, denn es bewacht, kaum dass der Nachwuchs zur Welt gebracht, Tag und Nacht, so könnt man sagen, die Plagen. 
 
Die Wanze ist weit verbreitet und nett gekleidet, wird oft angegafft, trinkt Pflanzensaft und ist nunmal sehr sozial. Phänomenal!