Arbeitskreis Naturnahes Grün
Mitglied in der Lokalen AGENDA Mainz

- Naturschaugarten Lindenmühle in Mainz
- Ein Artenschutzprojekt
- von Bürgern für Bürger

Die Geschichte ging ungefähr so:
Es traf sich so, dass zwei sich trafen. Der eine: ein Liebhaber von Palmen. Der andere: ein Liebhaber der heimischen Pflanzenwelt, und der hat einen Faulbaum dabei. Die stoßen aufeinander am Sonnenmarkt in Mainz am 24.8. Tatsache, so ist es passierst. Prompt entsteht ein Disput! Aber, ich kann Sie beruhigen, die beiden beruhigten sich wieder. Und sie kamen zu dem Schluss, dass jede Pflanze ihre Berechtigung hat, der Faulbaum von seiner unschätzbaren ökologischen Bedeutung bei uns, und die Palme, die ein Sinnbild für Exotik ist, dort wo sie sich wohl fühlt und wo man sie gerne im Urlaub sieht und schätzt. So gilt es denn, überall auf der Welt die jeweiligen heimischen Pflanzen vor Ort zu schützen.
Eher nicht. Nee nee. Die Nymphe der Grünen Stinkwanze, die mich allerdings so anstarte (s. Bild), wirkte, Entschuldigung, so hochbeinig, highheelmäßig, rotschuhig, dass man es vermuten könnte. Nein, aber fliegen kann sie. Und es stinkt ihr, dass sie Stinkwanze heißt, dabei stinkt sie nur, wenn sie im Stress ist. Was sie aber nicht davor verschont, auf dem Speiseplan von vielen Tieren zu stehen. Versteh ich nicht. Die Nase isst doch mit!
Man denkt, diese Fliege tut keiner Fliege was zuleide. Stimmt auch, nicht den Fliegen. Ihre Opfer sind Beeren- und Streifenwanzen, auch die Grüne Stinkwanze. Sie legt Eier an ihnen ab, die geschlüpften Larven „entwickeln sich innerhalb des Wirtes“, heißt es beschönigend. Bei der Fliege auf dem Bild handelt es sich wahrscheinlich um ein Cylindromyia brassicaria-Weibchen.
In der Landwirtschaft ist die Fliege sehr bedeutend bei der biologischen Schädlingsbekämpfung (sofern nicht Spritzmittel Schädlinge und Nützlinge töten).
Die Skabiosa biegt sich unter der Last. Aber hält stand. Und schnellt wieder hoch, als die Große Blaue Holzbiene weiterfliegt. Sie zählt zu den größten Vertretern der Bienen in Mitteleuropa. Sie braucht außer Nektar und Pollen sonnige Lebensräume und Totholz. In Letzteres nagt sie Nistgänge für den Nachwuchs. Vielleicht fallen Ihnen mal diese Löcher auf, sie wirken wie fein sauber gebohrt. Im Bild unten lässt sie sich den Sumpfziest im Schaugarten schmecken.

Ist das eine Tönnchenwegwespe? Das Weibchen? Aber die jagt doch Insekten. Diese Wespe beobachtete ich heute im Naturschaugarten Lindenmühle, wie sie Nektar oder Pollen bei der Wasserminze suchte. Ich bleibe dabei, sie wird es schon sein. Und sie isst halt auch mal vegetarisch!
Vielleicht können Sie mir einen Tipp geben.