Archiv der Kategorie: Tierportraits

Mist! Keine Biene!

Mancher Name sind einfach Mist, wie z. B. der der eigentlich schönen „Mistbiene„. Vielleicht will man dann schon nichts mehr weiter wissen. Doch es gibt Bemerkenswertes: Diese Schwebfliege ist ein Wanderinsekt, überquert je nach Jahreszeit gar Gebirge wie die Alpen, nutzt dabei die passenden Winde, mal bodennah, mal in großer Höhe. Man findet das wenig scheue Insekt auf Mist, das haben Sie sicher schon geahnt, aber auch auf Korb- und Doldenblütlern.
 
Die Larven findet man in Jauche- und Sickergruben, mitunter massenhaft. Bei allem Interesse an der Insekten: Ich werde auf die Beobachtung dieser „Rattenschwanzlarven“ verzichten. Ich kann und will mich nicht mit jedem Mist beschäftigen! 😉 

Jungfer?

Kennst du diese schnelle Libelle, auch Azurjungfer genannt, sie hat wie ein Hufeisen eingebrannt auf dem 2. Hinterleibssegment, drum man sie auch als Hufeisen-Azurjungfer kennt. Allgemein ist sie mit 5 cm recht klein, aber schick und fein, mit ihrem blauschwarzem Kleid fliegt sie in der Zeit von Mai bis August, doch haben Sie’s gewusst, dass es schon das zweite Leben ist, da man gern vergisst, dass sie gar schon ein Jahr Jäger unter Wasser war.

 
Die „Jungfer“, da ist man verzückt, beglückt das Männchen beim Sex ganz schick mit Akrobatik, nämlich, gar nicht fad, mit einem Paarungsrad. Davor tat ich mich ein Leben lang drücken, denn ich hab’s im Rücken, schon beim Bücken, drum kann ich so nicht beglücken!

Hochschwanger

Frau Mauereidechse, ich weiß, es ziemt sich nicht, aber ich frage Sie einfach mal: Haben Sie zugenommen?
Fr. M.: „Wo haben Sie nur Ihre Manieren her? Ah, das war jetzt falsch, Sie haben ja gar keine!“
Dann sind Sie, dann sind Sie, dann …?
Fr. M.: „Ja was wohl? Ich bin schwanger! Trächtig würden Sie wohl als ungehobelter Mensch sagen!“
Wann kommen den die kleinen ähm Racker?
Fr. M.: „Um etwas gegen Ihre grenzenlose Unwissenheit beizutragen: Die kommen nicht, die werden geboren, in Kürze lege ich Eier, vermutlich zwischen 3 – 11, nach 6 Wochen schlüpfen die Jungen.“
Und die werden dann von Ihnen verhätschelt?
Fr. M.: „Die sind leider direkt auf sich selbst gestellt! Für Brutpflege ist keine Zeit. Jede / jeder muss zusehen, dass sie / er genügend Energie im Körper speichert, damit sie / er den Winter übersteht! Fettreserven werden z. B. viel im Schwanz gespeichert.“
Echt jetzt, im Schwanz? Haha!
Fr. M.: „Da gibt es nichts zu lachen! Einem entfernten Verwandten wurde von einer Katze der Schwanz abgerissen. Na gut, könnte man sagen, wächst ja nach. Aber dadurch konnte er zu wenig Fettreserven aufbauen und er verhungerte quasi im Winterschlaf.“
Ich hoffe, Sie bekommen genug zu essen!
Fr. M.: „Glücklicherweise ist der Naturschaugarten für Insekten sehr attraktiv, da bekommt man immer was auf den Teller!“
Herzlichen Dank, Frau Mauereidechse, für das Gespräch.

Was ist das?

Ein Balkenschröter!

Dazu meine Geschichte:

„Ich hab‘ einen von den Schröters gesehen!“ „Schröders von nebenan?“ „Ach nee, ich meine Schröters!“ „Wart‘ mal, Schröter, das war doch ein Beruf, der mit Weinhandel zu tun hatte!“ „Ja, nee, stimmt, meine ich aber nicht. Ich meine die Schröter, die mit Hirschkäfers verwandt sind!“ „Hirschkäfer, nee, so heißt niemand bei uns in der Straße!“ „Ja, nee ich meine die Insekten!“ „Was, Schröters und Hirschkäfers sind in Sekten? So was Religiöses?“ „Ja nee! I N S E K T E N! KÄFER!“
„Ach sach ma! Kannste des nich‘ gleich sagen!“ „Ja, nee, wenn Du mir halt nicht folgen kannst! Aber ich hab‘ ein Bild vom Balkenschröter!“ „Na, denn zeig ma‘!“…….. 

Klein und wunderlich

Nie und nimmer hätte ich dieses kleine Wesen entdeckt, wenn es sich nicht bewegt hätte. Weil ich Teile meiner verkahlten Hechtrose schnitt, wurden wir aufeinander aufmerksam. Erst durch das Makro meiner Kamera sah ich die erstaunlichen Details dieser Nymphe der Echten Käferzikade, die ca. 4 mm groß war. Sie kommt zwar häufig vor, aber ist eben wenig auffällig. Ich dagegen war wohl unübersehbar, denn sie versteckte sich ständig vor mir. In Gegensatz zu ihr bin ich auch deutlich weniger sprunghaft. Nur eins haben wir gemein: Wir sind beide wenig wählerisch bei der Nahrungsaufnahme (polyphag). Wobei sie allerdings nur Pflanzensäfte mag, aber dann von vielen Gehölzarten. Was das betrifft, bin ich eher Süßholzraspler.

Im Schaugarten ist sie mir noch nicht aufgefallen, aber sie ist sicher auch da Zuhause.