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Pflanze mit Geldwert?

Ehrlich gesagt ist mir das Pfennigkraut noch nie aufgefallen. Dabei achte ich sehr auf Geld. Den Namen hat die Pflanze, weil die Blätter Geldstücken ähneln, z. B. Cents bzw. Pfennigen.

Die Pflanze ist häufig, immergrün und ausdauernd. Sie kriecht so vor sich hin, in Schatten und Halbschatten. Mir deucht, sie mag es feucht.  Mir düngt, sie verträgt gar Staunässe, aber keine Trockenheit. Man kann sie gar in einem Zuber oder Aquarium halten, das hab‘ ich ausbaldowert. Sie blüht schnieke von Mai bis Juli. Die leuchtend gelben Blüten sind eine Augenweide. Ha, da waren jetzt ein paar schöne alte und seltene Worte! Ich mag das! 🙂

Die Pflanze kann sich an geeigneten Stellen durch Ausläufer zu dichten flachen Bodendeckern entwickeln. Man sollte vermeiden, dass sie sich zu massiv verbreitet, damit Raum bleibt für andere Arten. Fraßfeinde gibt es kaum. Die Blätter schmecken seifig, behaupten Insekten.

Apropos Insekten: An die heimische Wildstaude gehen Bienen und andere Insekten. Es gibt zwar keinen Nektar, aber viel Pollen und Öle. Zwei Wildbienenarten sind gar auf die Staude angewiesen.

Mein Dank an Gisela Wolff für das Bild!

 

Eine ungewöhnliche gewöhnliche Pflanze

Falls Sie beim Ansehen des Bildes ein verzücktes „Wow!“ von sich gegeben haben, dann sind Sie dem Namen der Wildpflanze sehr sehr nahe gekommen. Sie heißt nämlich „Wau“!

Außerdem heißt sie auch Reseda, was sich vom Lateinischen ableitet für stillen oder lindern. Das wiederum zeigt, dass Resedaarten auch zu Heilzwecken genutzt wurden.

In Mitteleuropa findet man nur den „Gelben Wau“. Es ist ein- bis mehrjährig, samt sich gut aus, braucht aber einen sonnigen trockenen Standort. Wenn die Sonne scheint, besuchen ihn viele Wildbienen und Hummeln.

Noch etwas Erstaunliches: Der verwandte Färberwau dient(e) hervorragend zum Färben. Die entstandene blaugrüne Farbe war nach dem zweiten Weltkrieg oft ein Grundanstrich für Maschinen. Ein „Wow!“ für den „Wau“!

Ungewöhnlich, der Gewöhnliche Efeu

Ich bin diesem wunderschönen Efeu in Alsheim (Rheinhessen) begegnet. Solche tollen Früchte! Die werden mitten im Winter reif und sind dann wertvolle Nahrung für Amseln, Drosseln, Grasmückenarten, Gartenrotschwänzen und Staren.

Mein Gartenhäuschen ist auch vom Efeu um- und überwuchert. Ein unglaublicher Spaß ist es, sich zur Blütezeit ganz nahe am Strauch aufzuhalten, denn dort tummeln sich unzählige Insekten, angelockt vom süßlichen Duft. Ein Summen und Brummen, wie eine schöne Musik für mich.

Bis ein Efeu blüht, vergehen 5 bis 8 Jahre. Er klettert auch gerne an Wänden und Bäumen bis zu 20 Metern hoch! Und sein Stamm könne schenkeldick werden. Schenkeldick! Als ob es nicht solche und solche Schenkel gäbe!

Soooooo schön!

Die Rundblättrige Glockenblume ist so schön, dass Schweden sie zur „Nationalblume“ gekürt hat. So eine Blumenkategorie haben wir nicht. Wir haben einen „Nationalbaum“, die „Deutsche Eiche“. Naja, auch nicht schlecht.

Aber nochmal zu dieser Glockenblume. Außer schön ist sie: mehrjährig, robust, blüht lange, mag magere Böden, verträgt auch Trockenheit, weil sie tief wurzelt, soll entzündungshemmend und blutstillend sein. Und eins ist sie auf jeden Fall: nützlich! Sage und schreibe 38 Wildbienenarten holen sich bei ihr Nektar und/oder Pollen. Außer mir und den Schweden mögen auch 20 Raupen die Pflanze. Einige dieser Tiere könnten ohne diese Blume nicht existieren!

Unsereins könne die Blume auch essen, als Deko im Sommersalat. Aber mal ehrlich: Jetzt ist Herbst, und ich bin, im Gegensatz zu den Tierchen, nicht drauf angewiesen. Ich alter Schwede!

Well well!

Oh well, it’s Beinwell! Naja, schlechtes Englisch! Das „…well“ kommt von wallen, ein Wort, das man kaum kennt. Haare wallen, Pilger machen Wallfahrten, aber mit Hilfe von Beinwell „wallen“ Wunden zu, und Knochenbrüche würden dank des hohen Allantoin-Gehalts heilen.

Das stimmt im sehr beschränktem Umfang, allerdings leidet die Leber durch giftige Alkaloide. Dieses Problem konnte man beim Futter-Beinwell durch Züchtung reduzieren. Wie das bei uns bei den weiteren 7 Beinwellarten ist, das weiß ich nicht.

Ich freue mich allerdings sehr über die unterschiedliche Farben verschiedener Arten. Und viele Insekten freuen sich am Nektar und den Pollen. Der Futter-Beinwell in meinem Garten hält sich wacker das dritte Jahr. Bestenfalls begleitet mich die Heilpflanze noch weitere 17 Jahre. Eine schöne Konstante in meinem Garten!