Archiv der Kategorie: Pflanzenportraits

Schön und schön giftig – die Zaunrübe

Ich mag sie, auch wenn sie manchmal aufdringlich wird. Um jedes Missverständnis vorzubeugen: Ich meine damit nicht eine weibliche Person, sondern eine Zaunrübe in meinem Garten. Die wuchert mir jedes Jahr quer durch mein Wildpflanzenbeet. Das wird mir dann doch zu viel und ich entferne einige der bis zu 4 m langen Ranken, vorsichtig, mit langen Ärmeln und Handschuhen bewaffnet, denn die Pflanze ist ziemlich giftig. Und die später entstehenden Beeren sind es auch. Also aufgepasst!

An den restlichen geduldeten Trieben entstehen ab etwa April kleine schöne Blüten, von deren Nektar und Pollen sich die Zaunrüben-Sandbiene ernährt. Ausschließlich! Ohne diese Pflanze gibt es auch diese Wildbienenart nicht mehr!

Ich vermute eine sehr große Wurzel in Boden, sie kann mehrere Kilogramm schwer werden. Aber gut, ich komme, abgesehen von ein paar Eingriffen, mit der Giftpflanze klar, freue mich gar über die schönen, aber giftigen Beeren. Die können nur die Vögel unbeschadet genießen, für Menschen können sie tödlich sein. In einem Garten, den Kinder nutzen, sollte die Pflanze besser nicht wachsen. Für die Natur und die Vielfalt ist sie aber wichtig.

Frühlingsstarter: Kornelkirsche

Frühling! Der hat für uns immer was fürs Herz. Braucht man ja auch bei all den Nachrichten.

Ich will mal versuchen, Ihnen einen von mir so genannten „Frühstarter“ zu zeigen. Im Original im Schaugarten ist er natürlich viel schöner.

Heute also Start mit dem Frühstarter Kornelkirsche = Herlitze =  Gelber Hartriegel = Dürlitze = Hirlnuss, Gängig ist am ehesten Kornelkirsche wegen der tollen Früchte im Herbst. 

Aber jetzt schon ist der Großstrauch ein wahrer Hingucker. Und für viele Bienen ein Eldorado! Setzen Sie sich auf unsere große von der Sonne vorgewärmte Steinbank in der Trockenmauer, dann den Blick leicht nach rechts, und …  Ach was, der Hingucker ist Ihnen bestimmt schon vorher aufgefallen! Ihnen einen schönen Frühling.

Ehrvoll

Heute mal mit Verlaub was zum Eichenlaub! Außer auf dem Bild sieht man Eichenblätter überall: auf Wappen von Gemeinden oder Familien, auf alten griechischen Münzen, auf Ehrenmälern, als Leistungsabzeichen im Sport bei der Bundeswehr, auf Gräbern, auf dem Haupt von Zeus und ja, auch auf dem Kopf der Germania! Sie sind Symbol für Treue, Macht, für Standhaftigkeit. Und, weil Eichenlaub so  spät abfällt, auch für Unsterblichkeit!

Ich finde dieses Laub a) toll und b) gar unter der Eiche. Nationalisten würden zu dem Baum auch sagen: „Deutsche Eiche“.

Auch Schwärme von Insekten schwärmen von ihr. Bis zu 1000 Arten heißt es könnten in einer Krone gefunden werden.

Einen besonderen Verehrer dieser Baumart will ich noch schnell vorstellen: den Eichelbohrer. Der Käfer wird maximal 8 mm groß. Beim Weibchen ist der Rüssel nochmal so lang wie der Körper. Kurios!

Pflanze mit Geldwert?

Ehrlich gesagt ist mir das Pfennigkraut noch nie aufgefallen. Dabei achte ich sehr auf Geld. Den Namen hat die Pflanze, weil die Blätter Geldstücken ähneln, z. B. Cents bzw. Pfennigen.

Die Pflanze ist häufig, immergrün und ausdauernd. Sie kriecht so vor sich hin, in Schatten und Halbschatten. Mir deucht, sie mag es feucht.  Mir düngt, sie verträgt gar Staunässe, aber keine Trockenheit. Man kann sie gar in einem Zuber oder Aquarium halten, das hab‘ ich ausbaldowert. Sie blüht schnieke von Mai bis Juli. Die leuchtend gelben Blüten sind eine Augenweide. Ha, da waren jetzt ein paar schöne alte und seltene Worte! Ich mag das! 🙂

Die Pflanze kann sich an geeigneten Stellen durch Ausläufer zu dichten flachen Bodendeckern entwickeln. Man sollte vermeiden, dass sie sich zu massiv verbreitet, damit Raum bleibt für andere Arten. Fraßfeinde gibt es kaum. Die Blätter schmecken seifig, behaupten Insekten.

Apropos Insekten: An die heimische Wildstaude gehen Bienen und andere Insekten. Es gibt zwar keinen Nektar, aber viel Pollen und Öle. Zwei Wildbienenarten sind gar auf die Staude angewiesen.

Mein Dank an Gisela Wolff für das Bild!

 

Eine ungewöhnliche gewöhnliche Pflanze

Falls Sie beim Ansehen des Bildes ein verzücktes „Wow!“ von sich gegeben haben, dann sind Sie dem Namen der Wildpflanze sehr sehr nahe gekommen. Sie heißt nämlich „Wau“!

Außerdem heißt sie auch Reseda, was sich vom Lateinischen ableitet für stillen oder lindern. Das wiederum zeigt, dass Resedaarten auch zu Heilzwecken genutzt wurden.

In Mitteleuropa findet man nur den „Gelben Wau“. Es ist ein- bis mehrjährig, samt sich gut aus, braucht aber einen sonnigen trockenen Standort. Wenn die Sonne scheint, besuchen ihn viele Wildbienen und Hummeln.

Noch etwas Erstaunliches: Der verwandte Färberwau dient(e) hervorragend zum Färben. Die entstandene blaugrüne Farbe war nach dem zweiten Weltkrieg oft ein Grundanstrich für Maschinen. Ein „Wow!“ für den „Wau“!