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Wenn es zu eng wird!

Eines Tags kam ich zur Arbeit und es war nur noch kleine Arbeitskleidung vorhanden. „Gut! Dann geh‘ ich heute mal sehr figurbetont!“ sagte ich mir und zwängte mich in Hemd und Hose. Geschafft! Aber, oh nein, das betonte manches zu sehr! Und Sie müssen mir Folgendes abnehmen: Meine Luftzufuhr war zunehmend abnehmend! Ich versuchte mich zu befreien. „Hoffentlich kommt jetzt kein Kollege in die Umkleide!“ dachte ich verschämt. Und nach einiger Zeit relativer Hilflosigkeit: „Hoffentlich kommt jetzt ein Kollege und hilft mir!“

Wie bekomme ich jetzt die Überweisung zur Blaugrünen Mosaikjungfer hin? Ach so, ja klar: Die hatte auch anstrengende Kleidungswechsel hinter sich. Als Larve hat sie sich in ca. zwei Jahren ungefähr siebzehn mal gehäutet. Und, wie auf dem Bild zu sehen, brachte sie am Ende ihrer Entwicklung unter Mühen ihre Larvenhaut zum Aufplatzen und entfaltete sich zur flugfähigen Libelle. Allein das Herausschlüpfen dauerte bis zu 45 Minuten. Ich kann das nachvollziehen, dauerte es bei mir ja auch lange. Es war „zum aus der Haut fahren“! Mindestens einen Unterschied gab es aber zur Libelle. Ich hatte nicht solche Entfaltungsmöglichkeiten!

Vielen Dank an Gisela Wolff für die Bilder!

Glück mit Pechlibelle

Ich hatte Glück, dass ich die Große Pechlibelle so kontrastreich fotografieren konnte. Der weiße Hintergrund, das sind alles Pappelsamen. Manche nennen sie auch „heimische Baumwolle“ oder „Sommerschnee“. In dem Flaum sind die Samen versteckt und der Wind kann sie so weit transportieren.

Die „Große“ Pechlibelle ist eine Übertreibung. Sie ist eine Kleinlibelle. Sie ist (noch) sehr häufig und unverwechselbar, denn nur ihr achtes Hinterleibsegment ist leuchtend blau.

In Deutschland gibt es 28 Arten von Kleinlibellen. Die sind oft schwer zu entdecken. Da ist es hilfreich, langsam und mit Bedacht durch naturnahe Flächen zu streifen. Erstaunlich ist, was man dabei noch alles vorfindet. Eine gute Achtsamkeitsübung!

Schön wie Adonis?

Das ist die wunderschöne Frühe Adonislibelle. Diese Kleinlibellenart heißt so, weil sie früh im Jahr erscheint und ihr Rot an das rotblühende Adonisröschen erinnert. Und das rote Adonisröschen ist deswegen so rot, weil der schöne Adonis aus Eifersucht getötet wurde und ein Tropfen seines Blutes dann zu dieser Blume wurde. Sagen zumindest die Sagen die alten Griechen.

Dieses schöne Tier fliegt von April bis August. Und trotzdem fällt es oft nicht auf, weil es meist nur kurze Strecken fliegt und sich ansonsten gerne in der Vegetation versteckt.

Spannend finde ich an dieser Libelle, dass sie bis zu 600 Eier unter der Wasseroberfläche an Pflanzen ablegt und, halten Sie sich fest, sie kann dazu bis zu 40 Minuten unter Wasser bleiben! Wenn man da mal schaut, wie lange es ein Apnoetaucher unter Wasser aushält, dann sind das im Vergleich bescheidene 11 Minuten und 54 Sekunden (Branko Petrović 2014). Und der Taucher musste keine Eier legen!

Jungfer?

Kennst du diese schnelle Libelle, auch Azurjungfer genannt, sie hat wie ein Hufeisen eingebrannt auf dem 2. Hinterleibssegment, drum man sie auch als Hufeisen-Azurjungfer kennt. Allgemein ist sie mit 5 cm recht klein, aber schick und fein, mit ihrem blauschwarzem Kleid fliegt sie in der Zeit von Mai bis August, doch haben Sie’s gewusst, dass es schon das zweite Leben ist, da man gern vergisst, dass sie gar schon ein Jahr Jäger unter Wasser war.

 
Die „Jungfer“, da ist man verzückt, beglückt das Männchen beim Sex ganz schick mit Akrobatik, nämlich, gar nicht fad, mit einem Paarungsrad. Davor tat ich mich ein Leben lang drücken, denn ich hab’s im Rücken, schon beim Bücken, drum kann ich so nicht beglücken!