Ich freue mich schon auf das Frühjahr. Wenn es wieder viel zu entdecken gibt, z.B. die Fallkäfer. Von ihnen gibt es in Europa 308 Arten. Sie sind klein, dieser Seidige Fallkäfer wird maximal 8 mm. Immerhin.
Mein Geschichtchen dazu.
Das ist auf jeden Fall ein Fallkäfer. Ein Cryptocephalus. Ein was? Ich versuche da mal was abzuleiten: Krypto bedeutet geheim oder verborgen und cephalus betrifft den Kopf. Ein „geheimer Kopf“?
Und wenn das ein Fallkäfer ist, fällt er dann vielleicht öfter auf den Kopf? Und versucht das geheim zu halten?
Des Rätsels Lösung: Bei Gefahr lässt der Fallkäfer sich fallen. Und weil er so klein ist, ist er schnell im Verborgenen. Ob er dabei auf dem Kopf landet, werde ich mal beobachten. Vielleicht ist er ja „kopflastig“!
Ist das nun eine Wespe oder eine Biene? Ach, eine Wespenbiene? Da soll sich einer auskennen!
Die Wildbiene könnte vielleicht die Nomada panzeri sein, eine Kuckucksbiene, die ihre Eier in fremde Nester legt. Oft lassen sich diese Brutschmarotzer am besten damit bestimmen, wenn man beobachtet, bei welchen Wildbienen sie das versuchen, denn da sind sie nicht frei in ihrer Wahl. Werden sie beim Schmarotzen erwischt, verhält sich die Nestbesitzerin gelassen. Vermutlich wird sie durch Geruchsstoffe getäuscht. Man sollte die Eindringlinge Miet-Nomada panzeri nennen!
Ich gestehe: Obwohl bei uns in der Urobsthecke im Schaugarten eine Mispel wohnt, weiß ich nicht wie die schmeckt. Angenehm süß-säuerlich soll die Frucht schmecken, so pfirsichig – aprikosig, wenn es das Wort überhaupt gibt. Jetzt, wo ich das gelesen habe, will ich das unbedingt mal ausgiebig verifizieren, auch wenn die Saarländer Mispeln als „Hundärsch“ titulieren. Hundsgemein finde ich das! Obwohl, wenn man die Frucht ansieht, könnte da eine Ähnlichkeit sein, aber da fehlt mir jetzt ein Hund zum Vergleich. Liebe Leser und Hundebesitzer, sieht Ihr Hund, von hinten betrachtete, zufällig wie eine Mispel aus? Ihre Zuschriften könnten diese Frage klären!
Ophion obscuratus ist mir obskur. Wie kann man denn so eine schmale Taille haben! Und das ohne Korsett! Kommt sicher davon, weil sie sich nur von Nektar ernährt. Und dann dieser Schlafzimmerblick! Dadurch, dass die schwarzen Augen hinten weiß eingerahmt sind, wirkt das einfach krass. Naja, sie ist halt nachtaktiv, die Schlupfwespe. Da schaut man eben anders aus der Wäsche.
Sie ist auch sonst obskur, denn sie legt in bestimmte Raupenarten jeweils ein Ei, die Larve schlüpft und wächst im „Wirt“ heran, bis der irgendwann schlapp macht. Das hat mich und gar schon Aristoteles so sehr beschäftigt, sodass wir beide über das Unbeschreibliche schrieben. Er war allerdings früher dran.
Der letzte „Tisch-im-Garten“-Termin meinte es gut mit uns. Strahlender Sonnenschein. Als Experten diesmal dabei: Christoph Schallert und Gerold Baring Liegnitz (zur Netzseite hier).
Der nächste „Tisch-im-Garten“ findet erst wieder im nächsten Jahr statt, jeweils am 1. Freitag im Monat, ab April bis Oktober.