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So spät noch am Trinken?

Süße kleine Ackerhummel auf Nektar- und Pollensuche. Eigentlich kehrt sie viel lieber bei der Weißen Taubnessel, bei der Vogel-Wicke, beim Wiesen-Klee oder beim Kriechenden Günsel ein, aber jetzt im Oktober haben manche keinen Ausschank mehr. Die Schwarze Königskerze hat noch geöffnet. Und die kleine Hummel packt sich bei ihr noch zwei eiweißhaltige Pollenpakete ein. “Höschen“ nennen das (nicht nur) die Etomologen.

Die Schwarze Königskerze ist eine Augenweide! So viele filigrane Blüten! Die werden zu Kapseln mit ordentlich viel Samen, bis zu 60 000 pro Pflanze, die vorwiegend der Wind oder ich (oder Sie?) verteilen.

 Meiner Meinung nach nimmt die zwei- oder mehrjährige Staude aber nicht überhand, sucht sich eher da und dort eine Lücke. Samen am besten im Herbst verstreuen, sie sind Lichtkeimer und brauchen Frost. Macht die Pflanze ja auch genau so.

Das bunte Wunder können Sie aber erst im zweiten Jahr erwarten, im ersten Jahr bildet sich nur eine Blattrosette mit dunkelgrünen Blättern. Aber: Das Warten lohnt sich!

Was wächst da?

Ein edler Name: Königskerze. Muss man sich erst mal verdienen. Die Pflanze wurde oft, mit Pech und Harz bestrichen, als Fackel verwendet. Und hat vielleicht Königen als Kerze gedient.

Ich finde besonders die Schwarze Königskerze wunderschön. Welch eine Blüte! Apropos blühen: Es blühte einem Verstorbenen das Fegefeuer, wenn eine Königskerze auf dem Grab wuchs. Sagt eine Volksmär.

Die Samen sind giftig. Und wenn man die Fischen gibt, dann sind die betäubt und lassen sich leichter fangen. Meinte zumindest Aristoteles. Viele Mythen gibt es zur Pflanze. Noch eins: Wer sie ausreißt, wird vom Blitz erschlagen, heißt’s in Bayern. Jo mai, selba Schuid!