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Warum heißt …

das gelbe Grindkraut Grindkraut (Gelbe Skabiose)?

Ich habe mal den Google-Übersetzer bemüht. Der hat Skabiose als „lettisch“ erkannt und ins Deutsche übersetzt. Und behauptet, das hieße „in den Arabern“. Das ist natürlich Unsinn. Ich denke, da ist Google mit seinem Latein am Ende. »Scabiosa« kommt aber wirklich aus dem Lateinischen.  „Scabere“ bedeutet kratzen. Denn die Pflanze wurde als Mittel gegen Ekzeme verwendet. Man machte dazu einen Breiumschlag aus frischen Blättern. »Scabies« ist nämlich die Krätze, auch Grind genannt. Das Jucken erzeugt einen Wundschorf (auch Grind genannt). Aber ich glaube aber, das juckt Google nicht.

Ich und Bienen und Schmetterlinge lieben die wunderschönen bläulich-lilafarbene bis violette Tauben-Skabiosen (Scabiosa columbaria) und die Gelben Skabiosen (Scabiosa ochroleuca, auf dem Bild mit dem Kleinen Kohlweißling). Beide Formen blühen von Juni bis September. Sie finden beide Formen im Naturschaugarten Lindenmühle. Und mich und Bienen und Schmetterlinge.

Tiere pflanzen

Gut, den genialen Titel hab ich von einem empfehlenswerten Buch (Ulrike Aufderheide, Tiere pflanzen) geliehen. Aber es stimmt. Auch Sie können das. Die Gehörnte Mauerbiene ist auch schnell bei Ihnen zuhause, wenn Sie Blaustern oder Lerchensporn oder Weiden oder Ahorn oder Kirschen, Pflaumen, Birnen oder Äpfel im Garten haben.

Die Gehörnte Mauerbiene ist im Moment auch am Wildbienenhotel im Naturschaugarten zu sehen (die schlechte Bildqualität möchte ich entschuldigen).

Das Männchen lässt sich gut vom Weibchen unterscheiden, es trägt einen weißen Schnurrbart. Schnurrbärte sind generell wenig beim weiblichen Geschlecht anzutreffen. Gut, das sind zumindest meine Erfahrungen.

Warum heißt der …

Speierling Speierling? Bedeutet nicht speien „sich übergeben, brechen, kübeln, reihern“? Wird mir also von Obst des Speierlings „speiübel“? Nein, im Gegenteil! Man sagt den Früchten nach, dass sie Erbrechen und Durchfall lindern könnten.

Ist das der Grund, warum man dem Apfelwein geringe Mengen der Speierlingfrüchte zusetzt? Apfelwein, zumindest, wenn man ihn übermäßig trinkt, führt ja meist zu Durchfall. Es wird gar behauptet, dass die Römer sich vor Apfelwein so grauten, dass sie deswegen den Limes im Taunus errichteten. Also ist es doch genial, dem Apfelwein Speierling-Obstsaft zuzufügen. Das lindert die gefürchtete übermäßige „Entschlackung“. Außerdem macht es den Apfelwein haltbar und klar. Und Speierling-Früchte enthalten obendrein viel Vitamin C.

Aufgepasst: „Äppelwoi“ mit Speierling-Fruchtzusatz nennt man „Speierling“, also wie den Baum. Da der Baum selten ist, fördert man also mit dem Genuss von „Äppelwoi-Schoppe-Petze“ aus dem „Bembel“ und dem „Gerippte´“ den Erhalt des Speierlings. Also des Baumes! Na denn Prost!

(Übrigens: Auch im Naturschaugarten haben wir einen Speierling gepflanzt.)

Warum heißt denn …

der Faulbaum Faulbaum?

Also, das war so: Gott sprach zu dem untätigen Faulbaum: „Sei nicht so faul, Baum!“. Aber nein, das war jetzt eine fake news. Denn der Name kommt vom leichten Fäulnisgeruch der Rinde.

Der Baum heißt auch Schießbeere. Dazu muss man wissen, dass die Rinde abführend wirkt. Aber, ach, da müsste der Baum ja anders heißen. Nein, der Faulbaum (alias Schießbeere alias Pulverholz) heißt mit seinen weiteren Namen so, weil die aus dem Faulbaum gewonnene Holzkohle früher für die Herstellung von Schwarzpulver gebraucht wurde.

Nicht faul ist der Baum mit seinen Blüten. Die sind zwar unscheinbar, aber langlebig, von Anfang Mai bis Ende Juni. Und sie sind eine unglaubliche Nahrungsquelle für eine Vielzahl von Insekten. Schmetterlinge wie der Kleine Eisvogel, der Faulbaumbläuling und ganz besonders der Zitronenfalter sind sehr vom Faulbaum abhängig.

Genug geschrieben, ich war echt nicht faul! So wenig faul wie der Faulbaum.

Warum heißt denn …

der Natternkopf Natternkopf? Sie haben es sicher erraten. Richtig, die Blüte dieser wunderschönen Pflanze soll an den Kopf einer Natter erinnern. Und die gespaltenen Staubblätter sehen so ein bisschen wie die Natternzunge aus.

Der Natternkopf ist ein wahrer Insektenmagnet. Richtig richtig viele Bienen, Hummeln, Schwebfliegen und über 40 Schmetterlingsarten werden von der blauen Blütenpracht angelockt. Ein Flugverkehr wie am Frankfurter Flughafen! Schaut man genauer hin, kann man mitunter die sehr kleinen graublauen Pollen sehen, die weggeschleppt werden.

Die Blütezeit ist superlange, vom Mai bis Oktober. Gehen Sie mal an einem warmen Tag um 15 Uhr vor einem Natterkopf in die Hocke. Saaaagenhaft. Es gibt sogar eine Wildbienenart, die sehr auf dieses „blaue Wunder“ angewiesen ist: die Natternkopf-Mauerbiene. Auf meinem Bild, das müssten die Weibchen dieser Art sein.

Warum gerade um 15 Uhr? Das weiß ich auch nicht, möglicherweise ist da so eine Art „Teatime“, halt ohne Tee. Aber wie auch immer, es stimmt, um diese Zeit, da trifft sich was, da trifft es sich gut, wenn Sie dabei sind. Fotoapparat nicht vergessen!