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Riecht nach Moschus?

Vor kurzem schrieb ich was zum Moschusbock. Ich bleibe in etwa beim Thema: die Moschusmalve. Den Moschusduft der Blüten konnte ich nicht wahrnehmen, aber ich glaube, dass dem so ist. Ich glaube nur nicht an meine olfaktorische Fähigkeit. Meinen Augen dagegen kann ich trauen: Sie ist eine Schönheit!

Die winterharte Staude war ursprünglich am Mittelmeer zuhause, wurde aber als Heilpflanze in viele europäischen Ländern eingeführt und ist längst aus den Gärten ausgebüchst, aber nicht invasiv. Sie ist eine gute Bienen- und Insektenweide, blüht von Juni bis Oktober.

Sie mag Sonne und Halbschatten. Dank ihrer Pfahlwurzel übersteht sie auch Trockenperioden. Sie eignet sich auch als Kübelpflanzen. Das geht übrigens auch mit der ebenfalls sehr schönen Wilden Malve.

Wenn man die unreifen Samenkapseln sauer einlegt, können sie als Kapernersatz dienen. Hab‘ ich noch nicht ausprobiert, gustatorisch bin ich auch nicht sehr begabt. Ich lasse lieber die Samen ausreifen und sich aussamen. Einfach auch mal lassen können!

Was wächst da?

Schön ist die Wilde Malve alias Käsepappel alias Rosspappel. Bevor ich weiter rumbabbele: Das hat nichts mit der Pappel zu tun, “sondern bezieht sich auf die käselaibförmigen, schleimhaltigen Früchte, aus denen früher Kinderbrei (Papp) zubereitet wurde“ (lt. Wikip.). Klingt ja nicht so appetitlich, da fühle ich mich gleich „pappsatt“! 


Diese Malve gehört zu den schon in der Antike genutzten Pflanzen, z.b. u.a. als Gemüse, Heilpflanze gegen Husten und Stiche von Insekten. Sie wurde viel in Klöstern angebaut. 


Warum sie auch „Pissblume“ genannt wird? Vielleicht kommt das vom Aberglauben, mit ihr einen „Fruchtbarkeitstest“ machen zu können. Man goss den Urin einer Frau über die Malve, war die Malve nach drei Tagen nicht verdorrt, konnte man mit Kindern rechnen. Achtung: Das erklärt nicht den Anbau in Klöstern! Das war eine Anordnung von Karl dem Großen!