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Bahnt sich hier ein Drama an?

Seltsam, bei einem Drama so direkt dabei zu sein. Die Wespenspinne lag bestimmt schon lange auf der Lauer. Und dann verfing sich ein Distelfalter unter ihrem Netz. Sollte ich eingreifen, das Netz zerstören, den Falter befreien? Meine ganze ethische und moralische Einstellung half mir nicht wirklich.

Die Spinne näherte sich, der Falter machte zittrige kleine Bewegungen. Gleich würde es passieren. Mit einer Handbewegung scheuchte ich den Schmetterling auf, ohne das Netz zu zerstören. Und der Falter entkam tatsächlich mit viel Mühe aus dem Netz!

Nicht selten gelingt solch eine Flucht, denn Falter verlieren dann Schuppen und kleben so nicht so schnell fest.

Von Spinnen weiß ich, dass sie lange Hungerphasen überstehen. Die Distelfalter haben dagegen viele Anstrengungen vor sich: Sie fliegen im Oktober über die Alpen in wärmere Regionen, um zu überwintern. Viele deutsche Rentner haben sich dieses Verhalten abgeschaut, jedoch mit dem kleinen Unterschied: Sie lassen sich fliegen!

(Das Beinah-Drama spielte sich an einem Schmetterlingspfad in Nordhessen ab).

Sprunghaftes Wesen

Eine Springspinne kann mehr als das zwanzigfache ihrer Körpergröße springen. „Klein, aber oho!“ könnte man sagen. Ähnliche Leistungen in Relation zu meiner Größe sind mir nicht möglich. Ich müsste fast 37 m weit springen!

Der Kupfrige Sonnenspringer (Bild: ein Weibchen) ist so ein kleiner Spezialist (5 mm). Schöner Name, schönes Tier. „Schön?“ werden Sie sich fragen. Und „Schönheit liegt im Auge des Betrachters!“ sagen. Aber was sagt sich die Spinne, wenn Sie uns mit Ihren acht Augen ansieht. Sie sieht uns gestochen scharf und in Farbe, sogar im UV-Bereich. Ich denke, sie wundert sich, dass wir noch nicht mal an der Decke laufen können.

Hören kann sie nicht, aber irgendwie doch: Sie hört“ über Luftschwingungen. Ihre Härchen an den Vorderbeinen registrieren diese.

Viel Wunderliches gäbe es noch zu Springspinnen. Seltsam, aber wahr. Es sind keine Spinnereien! 🙂

Noch schnell was nicht so Feierliches

Tödliche Umarmung

Sie ist eine Schönheit. Finde ich. Und finden muss man sie erstmal. Nördlich des Main ist sie zumindest  kaum noch zu finden. Deswegen steht sie auch noch auf der Roten Liste Deutschlands.

Gefunden hat diese ein Freund. Und fotografisch perfekt eingefangen. Lieber Jack Simon, herzlichen Dank, dass ich Dein Bild verwenden darf!

Die bis 8 mm große Südliche Glanz-Krabbenspinne lauert oft tage- bis wochenlang, zumeist auf gelben oder roten Blüten. Auf die Farben steht (sitzt) sie.

Klein und giftig. So jemand kennt jeder. Aber diese Spinne ist es besonders. Sie tötet gar Bienen und Wespen. Warum die sie nicht wahrnehmen ist rätselhaft. Nach einer schnellen Umarmung beißt sie in das Genick und injiziert das Gift. Eine tödliche Umarmung, oh je!

Pfui Spinne?

Mein Weg mit der Gartenkreuzspinne kreuzte sich nicht im Garten, sondern auf einer Kreuzung auf einer lichten Lichtung.

Ich weiß, dass viele sagen würden, Spinnen könnten sie kreuzweise, doch sie erfüllen wirklich wichtige Aufgaben. So kann eine einzige Kreuzspinne bis zu 2 kg Insekten verspeisen. Und die anderen rund 1000 Spinnenarten sind ja sicher auch fleißige Jäger.

Der Arachnologe Andreas Selbmann erzählt Ungeheures: „Auf einer gesunden Wiese in unseren Breiten beträgt die Siedlungsdichte etwa 200 Spinnen pro Quadratmeter“. Auf solchen „gesunden“ Wiesen liegt er mit seiner Kamera auf der Lauer. Muss man mögen. Zumindest wird er wohl wenig von Mücken geplagt.

Noch was zu Kreuzspinnen: Von denen kann man Recycling lernen. Sie fressen ihre alten Netze. Das ist dann der Stoff, um neue Fäden zu spannen. Spannend!

Dracula unterwegs?

Meine erste Begegnung mit der Nosferatu-Spinne und meine natürlich nicht ernst zu nehmende Geschichte:
 
Ich glaub‘, ich spinne! Die Nosferatu-Spinne in der Nähe des Naturschaugarten! Eltern, holt die Kinder von der Straße! Schließt sie ein! Vernagelt die Türen!
 
Wie mich die Maske des Vampirs Nosferatu auf dem Körpervorderteil der Spinne so anstarrte! Ich starrte zurück und erstarrte.
 
Schon als Klaus Kinski 1979 Nosferatu spielte, war das schrecklich. Und um so schrecklicher, da Kinski ja schon schrecklich aussah. Als ich mir das alles klar machte, fand ich die Spinne gar nicht mehr so schlimm.
 
Vor 20 Jahren war die Nosferatu-Spinne noch im Mittelmeerraum, aber nach und nach reiste sie nach Deutschland. Nosferatu reiste übrigens von Rumänien über Wismar ein. Ein Hallo an die beiden!